Erdbeerfarm

Ich besitze ein Reihenhaus im Osten von Bremen. Da das Grundstück relativ klein ist, und da ich nicht viel Platz für ‘Nutzpflanzen’ habe, kam mir die Idee, den Platz auf dem Garagendach doch auch zu nutzen. Alles entsprang einer Bierlaune, doch inzwischen wirft die kleine Farm gute Erträge ab, die für das eine oder andere Erdbeermarmeladenbrot reichen.

Urversion der Farm

Der erste Aufbau begann im Juni 2020 mit ein paar Blumenkästen mit Erdbeeren und einem Gestell für ein Vogelnetz. Die Erdbeeren mussten immer von Hand gegossen werden. Das Automatisierungspotential lag da quasi auf der Hand.

Die nächste Ausbaustufe

Die nächste Ausbaustufe hatte dann schon eine 210 Liter Regentonne in der Garage und eine Tauchpumpe. Die Tauchpumpe wurde mit einem WLAN Schalter geschaltet. Die Anzahl der Erdbeerkästen hatte sich auf 8 erhöht. Für die Wasserverteilung auf dem Garagendach habe ich von Anfang an das Gardena Micro-Drip-System benutzt. Zuerst habe ich das System noch mit Tropfern eingesetzt. Das hat allerdings schlecht funktioniert. Die kleinen 4,6mm Schläuche gehen jetzt direkt in die Kästen. Diese haben einen Zwischenboden mit Wasserspeicher. Die Bewässerung lief soweit ganz gut. Die Pumpe wurde über eine entsprechende Automation in Home Assistant ein- und wieder ausgeschaltet.

Auch wenn man sich strickt an ’never change a running system’ halten sollte, ist alles dann im April 2023 etwas eskaliert. Ich habe einen größeren Umbau vorgenommen.

Die nächste Ausbaustufe

Zuerst habe ich auf die Anzahl der Erdbeerkästen auf 16 erhöht. Da die Früchte vom Kasten immer auf den Betonboden lagen, und teilweise angefangen haben zu gammeln habe ich die Kästen auf Holzgestelle gesetzt. Dadurch hängen die Erdbeeren frei in der Luft, und können sich besser entwickeln. Die Gestelle haben außerdem den Vorteil, dass ich die Verrohrung vernünftig befestigen kann. Auf das Gestell mit dem Vogelnnetz habe ich schnell ganz verzichtet, da die Vögel kein Interesse an den Früchten haben. Außerdem möchte ich auch nicht, dass sich ein Vogel im Netz verfängt.

Dann musste Elektronik her! Ich setze hier auf einen Raspberry Pi in der Version 3. Daran angeschlossen ist ein Board mit 8 Relais, das die Ventile steuert. Über einen zusätzlichen Verteiler mit Ventilen kann ich jede der vier Reihen separat von einander bewässern. Die Ventile werden mit 12V DC betrieben, der Raspi und das Relaisboard mit 5V DC. Ein Relais steuert eine 230V Steckdose, an der die Tauchpumpe hängt.

Home Assistant Screenshot

Auf dem Bild sieht man den provisorischen Testaufbau der Elektronik. Natürlich vollkommen vorschriftsmäßig und sicher. Die Hardware lief soweit ganz gut. Problematisch war und ist die Software. Damit sind wir jetzt bei den Fehlschlägen angekommen. Auf dem Raspberry Pi läuft als Steuersoftware Node Red. Hier kann man einfach einzelne Funktionsnodes zu Flows zusammenklicken. Das dachte ich jedenfalls. Node Red hatte ich dazu durch das Dashboard Plugin ergänzt. Alles sollte erstmal lokal auf dem Pi laufen. Die Ventile wurden durch einen Timer angesteuert. Ich weiß es noch genau. Wir wollten eine Woche in den Urlaub fahren und ich hatte den Node Red Flow eigentlich funktionsfähig. Alles lief gut in den Tests. Zwei Tage vor Urlaubsstart schaue ich nochmal in den 210 Liter Tank. Der ist komplett leergepumpt! Scheiße! Ich habe es dann nicht gefixt bekommen, und mein Nachbar war so nett und hat alles per Hand gegossen.

Home Assistant Screenshot

Mein nächster Ansatz war dann folgende Lösung: Der Pi bekommt Ein- und Ausschaltbefehle komplett von außen via MQTT. Die Steuerung übernimmt Home Assistant. Das war natürlich auch Mist, da die WLAN Verbindung immer zum falschen Zeitpunkt zusammenbrach! Im Ergebnis war der Tank wieder leergepumpt. Also nochmal zurück in die Programmierung. Im Moment habe ich die Software lauffähig, bin aber mit der Lösung noch nicht zufrieden.

Diese Jahr werde ich weiter an der Farm basteln und kleine Verbesserungen vornehmen, natürlich auch in der Software. Ich will einen Sensor für Füllstand und Temperatur des Tanks einbauen. An den Erdbeerkästen hätte ich auch gerne Feuchtigkeitssensoren für die Erde. Das Github Repository muss auch dringend umstrukuriert und aufgeräumt werden. Es gibt also noch jede Menge Arbeit…