Gin 1.0

Nachdem ich bei meinem letzten Versuch kläglich gescheitert bin, starte ich einen neuen Versuch mit dem “Gin-Baukasten” von Private Gin, den ich zu Weihnachten bekommen habe. Das Set enthält ein Einmachglas mit 450ml Alkoholbasis (40%) und acht verschiedene Ingredienzien.

mein Compound-Gin

Dabei sind Hibiskus, Roter Pfeffer, Kardamom, Koriander, Orangenschale, Zitronenschale, Piment, und natürlich Wacholder.

Diese Zutaten, neudeutsch “Botanicals” befinden sich in kleinen Reagenzröhrchen. Im Paket gibt es noch einen Metalltrichter inkl. Filtereinlage und eine leere Flasche für den fertigen Gin. Im Karton nicht enthalten sind Beispielrezepte. Um diese zu bekommen, muss man auf die Internetseite des Herstellers. Dort gibt es drei verschiedene Rezepte von süß über trendig bis scharf. Ich entscheide mich für die trendige Variante mit Pfeffer, Koriander, Zitronen- und Orangenschale.

der Ansatz

Den Anfang machen acht Wacholderbeeren, die ich für 24 Stunden in das Einmachglas mit dem Alkohol einlegt. Die Beeren habe ich zuvor im Mörser ein wenig “angemörsert”. Am nächsten Tag kommen dann die übrigen Zutaten, auch leicht im Mörser behandelt, ebenfalls für 24 Stunden hinzu. Die Gesamtmenge der zusätzlichen Zutaten beträgt ca. 2g. Meine Küchenwaage ist halt nur ein besseres Schätzeisen. Weitere 24 Stunden später ist der Gin fertig. Der Inhalt des Einmachglases hat sich ein wenig in Richtung uringelb verfärbt. Ich filtriere alles gründlich mit dem beiliegenden Filter ab in eine Flasche. Fertig!

So, was ist denn jetzt herausgekommen bei diesem Versuch? Also, ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Der selbstgemachte Bathtub Gin ist gelungen, und ich kann mein Major Release auf Version 1.0 hochziehen!

Botanicals

Der selbstgemachte Gin schmeckt gut und ist gemischt mit Tonic so, wie man es sich vorstellt. Ich würde diesen Versuch als Erfolg verbuchen. Trotzdem kann man geschmacklich noch einiges verändern und noch andere Zutaten hinzufügen, Hibiskus zum Beispiel. Was die Zutaten angeht kann man sich noch richtig austoben und beispielsweise Ingwer, Minze, Muskat, Lavendel, Zimt, Nelke, Fenchel oder Anis hinzufügen. Hier gibt es tausende von Möglichkeiten. Die Frage ist natürlich wie gut man ein Rezept reproduzieren kann, gerade bei einer so kleinen Gesamtmenge der Zutaten. Die geschmackliche Schwankungsbreite ist schwer zu kontrollieren wenn man so eine kleine Menge herstellt. Ich denke, ich werde mir zuerst mal eine vernünftige Feinwaage beschaffen um die Zutaten grammgenau abwiegen zu können. Dann muss ich mal schauen wie sich verschiedene Basis-Alkohole auf den Geschmack auswirken. Vielleicht muss ich auch mit der Menge nach oben skalieren und ein oder zwei Liter auf einmal herstellen.

Da der erste Versuch recht vielversprechend ist, werde ich noch weiter experimentieren. Prost!