Weintour 2017 – Dresden, Teil 2

Am nächsten Tag machen wir uns auf nach Dresden. Wir reisen mit der Regionalbahn an. Der Bahnhof Pirna ist übrigens von innen ganz nett, und gleicht ein wenig einem Kunstmuseum. Es hängt dort Bernardo Bellotto, aka Canaletto.

Canaletto im Bahnhof Pirna

Die Fahrt nach Dresden geht durch triste Vorstädte. Wir fahren duch Heidenau, Sporbitz, Niedersedlitz. In Niedersedlitz gibt es an der Bahnstrecke eine alte Malzfabrik (OSM). Leider verfällt hier alles, denn die Gebäude sind eigentlich ganz schön (Fotos hier). Der alte Bahnhof Niedersedlitz sieht nicht viel besser aus. Wir durchfahren Dobritz, Reick und Strehlen. Auch der Bahnhof Strehlen ist verfallen.

Wir erreichen nach ca. 20 Minuten Fahrt den Hauptbahnhof Dresden. Wir treffen eine alte Freundin, die seit einiger Zeit in Dresden lebt.

Prager Straße

Auf der Prager Straße laufen wir Richtung innere Altstadt. Dort reiht sich ein Geschäft an das nächste. Jede Marke ist hier vertreten. Zum Glück ist heute Sonntag und die Geschäfte sind geschlossen, die Menschenmassen wären wahrscheinlich anstrengend. Es geht weiter geradeaus. Wir lassen die Kreuzkirche rechts liegen und erreichen den Striezelmarkt. Unsere Wahl-Dresdnerin führt uns durch die Stadt und plötzlich stehen wir vor der Frauenkirche. Auf dem Vorplatz ist einiges los. Überall sieht man Japaner in Gruppen umherlaufen, geführt durch Schirm schwenkende Alienleader. Dresden ist halt das Neuschwanstein Sachsens.

Frauenkirche Dresden

Das Wetter mein es leider nicht gut mit uns, es wird immer schlechter. Es fängt an zu nieseln und wir suchen Unterschlupf auf der Terrasse eines Cafes. Dort stehen Tische und Stühle uns es sind große Sonnenschirme aufgespannt. Leider warten wir draußen vergeblich auf eine Bedienung und setzen uns in das Cafe. Drinnen gibt es heiße Getränke, draußen geht der weilen ein Wolkenbruch herunter. Den Regen wettern wir drinnen in Ruhe ab, dann begeben wir uns zur Frauenkirche.

Fürstenzug

In der Frauenkirche findet ein Gottesdienst statt und alle Touristen müssen sich bis zu dessen Ende gedulden. Will heißen, wir haben noch 30 Minuten Zeit bis wir in die Kirche können. Also sehen wir uns zuerst den Fürstenzug in der Nähe an. Das weltweit größte Porzellanwandbild ist recht beeindruckend. Es besteht aus ca. 23000 Fliesen aus Meißener Porzellan und ist 101,9m lang und 10,51m hoch, sagt Wikipedia. Dieses Ausmaß macht es auch sehr schwierig den gesamten Fürstenzug auf ein Foto zu bringen. Die halbe Stunde Wartezeit ist um und wir laufen zurück zur Frauenkirche.

Frauenkirche Altar und Orgel

Dort hat sich vor dem Eingang “D” schon eine lange Schlange gebildet. Glücklicherweise geht es trotz der langen Schlange recht zügig. Unsere Gruppe teilt sich, da einige von uns die Frauenkirche schon einmal besucht hatten. Für den Kirchenbesuch bleiben außer mir noch zwei übrig. Wir sind drin. Zuerst setzen wir uns in eine Bankreihe und lassen alles auf uns wirken. Der fast 37m höhe Innenraum und der Altar mit der Orgel sind echt überwältigend. Ich mache ein paar Fotos, was eigentlich nicht gestattet ist. Dann laufen wir umher und schauen uns um. Die Frauenkirche ist schon recht schön, aber nicht so prächtig wie manche bayrische Kirche.

Frauenkirche Kuppel

Trotzdem sollte man sie einmal von innen gesehen haben. Wir verlassen die Frauenkirche und treffen uns mit dem Rest der Gruppe. Auf der Nordseite der Kirche hat jemand mit einer Spraydose “Bomber Harris” an die Kirchenmauer gesprayt. Es ist echt zu kotzen, dass einige Idioten immer alles beschmieren müssen. Als wir später noch einmal an der Kirche vorbeikommen, ist die Schmiererei abgedeckt. Wir laufen weiter zur Hofkirche am Schlossplatz. Das Wetter ist zwar scheiße, aber zumindest regnet es im Moment nicht. Am Schlossplatz ist eine große Baustelle, an der Augustusbrücke wird gewerkelt. Fotografiertechnisch ein Desaster. Naja. Wir umrunden die Hofkirche und stehen vor der Semperoper. Auch hier stehen Baugerüste. Das nervt, zusätzlich zum schlechten Wetter! Wir überqueren den Theaterplatz und laufen zum Zwinger.

Semperoper

Im Innenhof gibt es dann nochmal einen Regenguss. Wir können uns nicht dazu durchringen uns die Gemäldegalerie Alte Meister oder die Porzellansammlung anzusehen. Stattdessen schauen wir uns das Nympfenbad an. Von hier aus gelangt man auch auf das Dach des Zwingers und kann in den Innenhof schauen. Wir wollen noch einmal runter an die Elbe. Also zurück zum Schlossplatz. Über eine große Freitreppe gelangen wir auf die Brühlsche Terrasse. Wir flanieren die Terrassen hinunter bis in den Brühlschen Garten am Ende. Wir suchen etwas.Irgendwo soll hier der Fingerabdruck von August dem Starken auf einem Geländer sein. Nach ausführlicher Suche und zur Hilfenahme des Smartphones finden wir auch einen Daumenabdruck in der Nähe vom Böttger-Denkmal.

Theaterplatz

Es gibt übrigens ein paar Meter weiter entfernt vom ersten “Originalabdruck” noch eine “Fälschung”, also nicht in die Irre führen lassen! Natürlich sind beide Abdrücke nicht von August. Das Geländer wurde erst viel später, nach seinem Tod, angefertigt. Trotzdem ist es ein lustiger Gag. Durst kommt auf und wir wollen erstmal irgendwo drinnen sitzen. Es geht zurück zur Frauenkirche, und kehren in der Kurfürstenschenke ein. Ich trinken Apfelwein, der im Steinkrug serviert wird und muss sofort an Heinz Schenk denken.

Zwinger im Regen

Die Kurfürstenschenke ist innen recht gediegen eingerichtet. Über dem Tresen stehen zwei Sprüche: “Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang, der ein Narr sein Leben lang” und “Gefällts dir hier, so lass dich neider, schmeckt es dir so kehre wieder”. Der erste Spruch ist von Luther, der zweite von Goethe, wenn ich mich nicht irre. Die beiden Herren wussten anscheinend wie man es sich gut gehen lässt.

Baustelle Augustusbrücke

Aber zurück zur Kurfürstenschenke. Sehr toll ist der Zechkeller unten in der Schenke. Unten an der Treppe befindet sich ein durch ein Eisengitter verschlossener Raum mit Tischen und Bänken. Hier kann man in Gruppen professionell zechen. Im Obergeschoss das komplette Gegenteil, ein mit viel Porzellan eingerichtetes Restaurant. Bei diesem Ambiente denkt man sofort August der Starke kommt mit zwei Mätressen jeden Moment um die Ecke. Insgesamt ein faszinierendes Gasthaus. So sitzen wir eine Weile hier und wärmen uns ein wenig auf. Da wir nicht viel Lust haben noch weiter bei Regen in Dresden herum zu laufen, entschließen wir uns für die Rücktour nach Pirna. Hier wollen wir noch einmal zum Abschluss in das Brauhaus etwas essen gehen.

Elbe

Dresden ist schon eine Reise wert, nur nicht bei diesem schlechten Wetter. Wir waren in diesem Jahr einfach zu spät dran und haben auch die interessanten Weinfeste verpasst. Für die Weinregion Sachsen gibt es jedenfalls noch jede Menge Punkte auf der to-do-Liste.

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