Kos – Inseltour

Nachdem wir Kos-Stadt mit dem Bus erkundet haben, wollen wir auch schauen, was auf der restlichen Insel so los ist. Dazu mieten wir uns im Hotel einen Leihwagen für den nächsten Tag.

Embros Therme

Wir bekommen einen weißen Nissan Micra für 60,-€ und können direkt am Hotel starten. Zuerst fahren wir zur Embros-Therme, die ich schon zu Fuß erkundet hatte. Dort halten wir uns nur kurz auf, dann geht es wieder zurück.

Wir kommen wieder am Hotel vorbei und folgen der Straße Richtung Kos-Stadt. In der Inselhauptstadt kämpfen wir uns durch Einbahnstraßen bis wir die Hauptstraße nach Kefalos erreichen. Auf dieser geht es dann zügig nach Südwesten. Am Vorabend hatte ich mir die gesamte Insel in GoogleMaps als Offline-Karte heruntergeladen.

Weingut Hatziemmanouil

Auf dem Tablet, mit eingeschaltetem GPS, funktioniert diese Offline-Karte super zur Navigation. Wir erreichen Zipari (OSM). Hier kann man abbiegen zum Bergdorf Zia. Wir fahren aber weiter geradeaus. Wir wollen zuerst ganz an das südwestliche Ende der Insel nach Kefalos und dann wieder langsam wieder zurück nach Kos-Stadt. Kurz hinter Zipari machen wir dann doch einen Stopp, wir halten am Weingut Hatziemmanouil (OSM).

Weinreben

Das Weingut bewirtschaftet ca. 25 ha Weinberg an verschiedenen Stellen in der Umgebung. Als weiße Rebsorten werden Malagousia und Assyrtiko angebaut, als rote Sorten Cabernet Sauvignon, Grenache Rouge und Syrah. Wir schauen uns in Ruhe um, zum Glück ist nur eine Gruppe von Touristen da, welche im Keller eine Weinprobe macht. Im Verkaufsraum lassen uns die freundlichen Verkäufer ein paar Sorten probieren.Wir kaufen einen Syrah und einen Weißwein, dann brechen wir auf. Schließlich wollen wir heute noch die ganze Insel sehen.

einsamer Esel

Auf der Straße sieht man sehr viele Mietwagen. Diese kann man durch zwei Dinge erkennen. Sie haben Aufkleber der Verleihfirma hinten drauf und sind relativ sauber. Die Fahrzeuge der Inselbewohner sind meistens komplett zugestaubt. Außerdem ist der Fahrstil der Griechen sehr “dynamisch”. Meine Fahrerin hat diesen Fahrstil kurz hinter Kos-Stadt schon erfolgreich adaptiert und wir schwimmen problemlos im Strom der Autos mit.

Imkerei

Kurz vor Antimachia kommt der Verkehr dann doch ins Stocken, da sich alle den Berg hochquälen müssen. In Antimachia müssen wir durch zwei Kreisverkehre und den Flughafen komplett umfahren. Dann geht es weiter nach Südwesten. Kurz hinter dem Flughafen befindet sich ein Truppenübungsplatz der griechischen Armee. Es wird anscheinend eine Übung vorbereitet, denn ich sehe mehrere Panzer, die gerade hierher transportiert wurden. Wir machen wieder einen Stopp. Diesmal bei einer Imkerei an der Straße. Es gibt ein kleines Cafe und einen Verkaufsraum. Die Imkervereinigung Melissa produziert beispielsweise den bekannten Thymianhonig. Im Laden probieren wir uns durch die verschiedenen Honigsorten, und kaufen auch ein paar Gläser. Im Cafe gleich neben dem Laden gibt es Loukoumades (Teigbällchen), Katimeria (Teigtaschen mit Frischkäsefüllung) und Griechischen Joghurt mit Honig.

ex Club Med

Draußen, in der Nähe des Ladens wartet in einem Gatter ein einsamer Esel auf ein wenig Unterhaltung. Wir fahren weiter und halten auf einem Parkplatz (OSM) ca. 5 km weiter. Von hier aus hat man eine schöne Aussicht auf die kleine Insel Kastri, und die Sicht geht bis in den gebirgigen Südwesten der Insel Kos. Im Tablet schaue ich auf die Karte, wie wir am besten an den Strand kommen. Am Strand gibt es auf einem Felsen die Reste der Basilika Agios Stefanos. In der Nähe gibt es auch einen Parkplatz. Der Weg dorthin führt durch das Gelände des ehemaligen Club Méditerranée, der 2007 für immer dicht machte. Der Club sollte renoviert werden und nach Wiedereröffnung sollten die Angestellten weniger Geld verdienen.

Insel Kastri

Es kam zum Streik und der Rest ist Geschichte. Die Hotelanlage ist inzwischen ein Lost Place der Insel und verfällt. Wir parken unseren Nissan und schauen uns die Überreste der Basilika an. Von der Basilika, die um 500 n. Chr. erbaut wurde, sind noch das Fundament und ein paar Mauerreste übrig. Es gibt ein gut erhaltenes Mosaik, dessen Bedeutung ich nicht ermitteln konnte.

Mosaik in der Basilika

Gleich gegenüber in der Bucht liegt die Felseninsel Kastri mit der kleinen Kapelle. Man sieht dort ein paar Leute herumlaufen, die anscheinend zur Insel hinüber geschwommen sind. Ansonsten ist am Strand doch recht viel los, obwohl hier ordentlich Wind bläst. Auf dem Wasser sieht man viele Surfer. Hinter der Insel in einiger Entfernung sieht man zwei Schiffe der griechischen Marine, die Fregatte Themistokles (F465) und den Versorger Aliakmon (A470). Die Fregatte ist die ehemalige Philips van Almonde (F823) der Niederländer und der Versorger ist die ehemalige Saarburg (A1415) von uns. Der Versorger ankert in der Bucht und die Fregatte macht Anlegeübungen.

Bauch in die Sonne halten…

Wir wollen ein wenig weiter fahren und eine Kleinigkeit trinken, also fahren wir ein Stück weiter die Straße hinunter. Wir setzen uns in eine der zahlreichen Tavernen am Strand. Es ist nichts los, wir sind die einzigen Kunden bei Zefyros. Dort sitzen wir eine Weile und genießen unsere eiskalten Getränke. Wir fahren hoch nach Kefalos, es geht in Serpentinen, teilweise sehr steil die Straße hoch. Ich würde sagen, Kefalos liegt ca. 100m über dem Meeresspiegel. Wir parken unseren Wagen gleich neben dem Friedhof, auf einem Parkplatz (OSM). Die Mittagshitze ist schon fast unerträglich.

Friedhof von Kefalos

Man sollte sich übrigens mal den Friedhof anschauen. Er ist sehr sehenswert. Die Grabsteine stehen dicht an dicht. Viele davon haben Fotos der Verstorbenen und auf fast jedem Grab liegen frische Blumen.

Blick von der Festung Kefalos

Wir laufen hoch zur alten Festung. Von der Festung ist nicht mehr viel übrig, aber man hat hier die spektakulärste Aussicht von Kefalos. In der Ferne sieht man die über 800 m hohe Bergkette des Dikeos-Massivs. Der Wind ist ziemlich stark und man muss aufpassen, dass man nicht in den Abgrund geweht wird. Hier halten wir es nicht lange aus, denn die Sonne brennt ganz ordentlich von oben. Wir laufen nach Kefalos hinein. Ein lauschiges Plätzchen finden wir auf der Veranda der Taverna Niotis, die von einem alten Ehepaar betrieben wird. Opa bringt uns selbstgemachte eiskalte Limonade. Nebenan sitzen zwei Touristen und essen “Ouzo & Meze”. Opa kommt ständig zu ihnen und stellt neue Schälchen auf den Tisch, während Oma in der Küche die Zubereitung übernimmt. Drinnen, im Gastraum, läuft laut der Fernseher mit griechischen Nachrichten.

das alte Griechenland

Bei der Schale mit den frittierten Sardinen wird Opa gefragt wie man diese isst. Er nimmt eine Sardine und lässt sie im Mund verschwinden, beißt ab und hat nur noch den Schwanz in der Hand. Die Touristen machen es ihm nach. Oma kommt aus der Küche mit einem noch warmen Blech voll Kuchen. Sie hält mir das Blech hin und ich soll darunter fassen. Es ist noch warm, sagt sie in gutem Englisch. So sitzen wir da und machen eine Pause.

Taverna Niotis

Wir wollen noch weiter an das Ende der Insel und das Kloster Agios Ioannis Thymianos (OSM). Leider verfahren wir uns in diesem fast unbewohnten Teil der Insel und kommen an einer anderen kleinen Kirche heraus (OSM). Vorher steht mitten im Nichts auf einmal ein Verkaufsbude für Honig. Der Wind sorgt dafür, dass ohne Ende Staub vom Schotterparkplatz aufgewirbelt wird und sich wie Fallout über alles legt. Faszinierend, selbst mitten im Outback läuft der Kommerz! Aber zurück zur kleinen Kirche. Diese ist von innen sehr schön an den Decken und Wänden bemalt. Auch an diesem entlegenem Ort treiben sich Touristen herum. Auf der Straße fahren nur Mietautos und Motorroller. Wir brechen wieder auf, zurück nach Kefalos. Unterwegs finden wir dann den Abzweiger nach Agios Ioannis Thymianos. Die Straße ist allerdings nicht befestigt und vermittelt den Eindruck als würde sie mitten in der Wildnis enden. Hier fahren wir lieber nicht entlang.

blau in blau

Das nächste Ziel unserer Rundreise ist Limnionas, ein kleiner Hafen an der Nordküste. Im Internet hatte ich gelesen, dass es hier ganz schön sein soll. Wir kommen an der “Großen Mühle” vorbei, einem Cafe. Draußen ist angeschlagen welche Sorten Kuchen es gibt. Alles auf deutsch…

Ich dachte eigentlich, Limnionas sei ein kleines Fischerdorf. Stattdessen gibt es hier einen Hafen und eine Taverne. Ansonsten ist hier tote Hose. Später lese ich im Internet, dass diese Taverne tolle Fischgerichte anbietet. Wir parken unten am Hafen (OSM). Es liegen ein paar Fischerboote dort, geschützt vor der Brandung. Die Mega-Brandung schlägt mit einer wahnsinnigen Wucht auf die Felsen.

Brandung

Die Gischt weht bis auf den geparkten Wagen. Wir sitzen auf den Felsen und schauen uns dieses Schauspiel an. Erneut Aufbruch. Wir fahren eine andere Strecke zurück zur Inselhauptstraße. Das Tablet mit der Offline-Karte leistet gute Dienste. Die Hauptstraße erreichen wir ungefähr dort, wo sich der ehemalige Club Med befindet. Die Tour geht wieder ein ganzes Stück zurück, wieder am Flughafen vorbei, bis wir auf Höhe Marmari die Straße verlassen und rechts abbiegen in die Berge. Wir fahren hoch nach Pili. Wir parken hinter der Kirche Ekklisia Agios Nikolaos (OSM) und laufen zum Dorfplatz.

Kapelle

Sehenswert ist die kleine Kapelle Ekklisia Evaggelistria, die von innen sehr schön ausgemalt ist. Wir verlassen den Dorfplatz und wollen uns den 400 Jahre alten Brunnen ansehen. Der Brunnen ist ein rechteckiger Monolith, an dem man an einigen Stellen noch antike Schriften erkennen kann. Aus Löwenköpfen an den Längsseiten sprudelt Wasser. Angeblich sollen Frauen, die aus dem Brunnen trinken und ihn anschließend umrunden mit vielen Kindern gesegnet werden. Wir haben Hunger und kehren in der Taverne Drosos am Dorfplatz ein. Wir bestellen Souvlaki-Spieße, Tzaziki, Feta und Getränke.

Brunnen in Pili

Für alles zusammen zahlen wir später 20,-€. Am Dorfplatz halten in Abständen immer wieder Kleinbusse, aus denen Leute in Hoteluniformen aussteigen. Ansonsten ist auf dem Dorfplatz nicht viel los und man sieht wenige Touristen. Die nächste Station unserer Inseltour ist Palio Pyli (OSM). Um dorthin zu gelangen, müssen wir ein kleines Stück wieder Richtung Tal fahren. An der Kirche Ekklisia Agios Georgios biegen wir rechts ab, auf die Straße nach Amaniou. Diese Ortschaft durchfahren wir, weiter hoch in die Berge. Die Straße wird enger und schlechter. Nach einer Kurve gibt es eine Taverne, davor parkt ein Bus. Wir quälen uns an dem Bus vorbei, aus dem Touristen mit Rucksäcken aussteigen. Wir fahren in ein schmales Tal. Dort gibt es am Ende der Straße einen Schotterparkplatz. Ein paar Touristen füttern wilde Ziegen.

Aussicht von Palio Pili

Ein Schild weist den Weg nach Palio Pyli. Oben auf dem Felsen gibt es eine alte Burgruine. Der Weg dahin ist mit großen Steinen gepflastert und von Mauern eingefasst. Wir laufen den Weg nur ca. 300m hoch, da wir für so eine Klettertour schuhmäßig schlecht ausgestattet sind. Mit Flip Flops klettern man halt nicht auf einen Berg. Wir erreichen dennoch einen Punkt, von dem man sehr weit, bis zur Nachbarinsel Pserimos, sehen kann. Da es keinen Sinn macht, sich weiter mit den Flip Flops den Berg hoch zu quälen, brechen wir hier ab und laufen zurück zum Wagen. Beim nächsten Mal also ordentliche Schuhe einpacken. Das folgende Etappenziel auf der Inseltour ist das Bergdorf Zia. Vom Parkplatz fahren wir zurück nach Amaniou und weiter nach Lagoudi. Von dort aus folgen wir der Beschilderung nach Zia. Wir werden zu einem Parkplatz unterhalb von Zia geführt (OSM). Hier parken wir den Nissan und laufen den Rest. Die Dorfstraße schlängelt sich den Berg hoch.

Ausicht von Zia

Um es vorweg zu nehmen, ich finde Zia ganz schrecklich. Die Läden sind ganz klar auf Massentourismus ausgelegt. Es werden die üblichen bei Touris beliebten Dinge angeboten: Olivenöl in jedweder Form bis hin zur Olivenseife. Bedruckte T-Shirts oder Zia als Kühlschrankmagnet. Ich höre wie eine Verkäuferin auf russisch in ihr Handy spricht. Genau wie in Kos-Stadt gibt es in Zia anscheinend viele Pseudo-Einheimische. Die Seitenstraßen sind voll von Läden und Tavernen. Zia hat angeblich die schönsten Sonnenuntergänge der ganzen Insel. Fast jede Taverne hat eine Rooftopbar, die zur Einkehr auffordert. Wir durchstreifen das Dorf bis hin zur Dorfkirche. Bis zum Sonnenuntergang sind es noch min. zwei Stunden und wir beschließen, Zia zu verlassen, um nicht im Dunkeln durch die Berge fahren zu müssen. Die Straße führt uns über Asfendiou und Zipari. Zwischen diesen beiden Orten hat die Straße viele Serpentinen, um die Höhenmeter abzubauen. Man muss aus dem Seitenfenster schauen, um früh genug zu erkennen, ob ein Auto den Berg hinauf kommt.

Dorfstraße Zia

In der Ortsmitte von Zipari treffen wir wieder auf die Inselhauptstraße und fahren Richtung Kos-Stadt. Einen Spontanstopp machen wir vor der Inselhauptstadt dann doch noch. Kurz hinter Zipari gibt es auf der rechten Seite einen Lidl Supermarkt (OSM). Hier wollen wir einfach mal schauen, was es für lokale Produkte gibt. Wir werden aber irgendwie nicht richig fündig. Es gibt zwar Wein, Olivenöl oder Honig, aber alle Produkte kommen aus einer anderen Region Griechenlands. So kaufen wir nur paar Kleinigkeiten, wie z.B. Chips.

Wir erreichen Kos-Stadt und parken den Wagen in der Nähe vom Amphitheater (OSM). Von hier aus ist man schnell zu Fuss in die Stadt gelaufen. Wir setzen uns in die gleiche Taverne wie bei unserem Tagesausflug in die Stadt und trinken dort etwas. So sitzen wir eine Weile dort und beobachten das Treiben in der Straße.

Aussicht Zia

Es sind immer noch viele Touristen unterwegs. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite entdecken wir eine riesge Kakalake. Diese krabbelt mit einer unglaublichen Geschwindigkeit erst zwischen den Touristen entlang und dann die Hauswand hoch. Mit Einbruch der Dunkelheit kommen auch die Viecher heraus, die man tagsüber nicht so sieht. Wir können uns nicht entschließen noch in der Stadt zu bleiben -allerdings nicht wegen der Kakalake- und fahren zurück ins Hotel. Unterwegs halten wir noch an einer Tankstelle und der Tankwart füllt uns für 20,-€ Superbenzin in den Nissan (1,65€/Liter). Am Hotel angekommen, parken wir den Wagen und geben den Schlüssel ab. Mit dem kleinen Nissan haben wir rund 140km heute abgerissen!

Wir gehen was essen und fallen total platt in unser Bett.

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