Kalimera Kos!

Wir sind noch einmal nach Kos gefahren, diesmal allerdings in einem Hotel in Agios Fokas am südöstlichen Zipfel der Insel.

Dimitra Beach

Der Flug geht morgens um 04:00 von Hannover aus. Wir parken wieder auf dem großen Parkplatz gleich am Anfang des Flughafengeländes. Zwischen Parkplatz und Terminal gibt es einen Shuttleservice. Leider gibt es nur ein Shuttle und viele Transportwillige. Wir haben keine Lust, ewig zu warten und entschließen uns, zum Terminal zu laufen.

Wir checken ein und haben noch viel Zeit für ein Frühstück. Im Terminal ist schon viel Betrieb. Interessant ist es ja immer, das reisende Volk zu beobachten. Zwei Jungs, die schon Weizenbier kippen… der eine klagt dem anderen sein Leid mit der Freundin. Ich bin gespannt ob die beiden an ihrem Urlaubsziel ankommen. Ein Mann steht mit seiner Frau am Infotelefon und telefoniert: “Ich bin gerade hier mit dem Auto angekommen und parke im Parkhaus. Bekomme ich mit meinem Behindertenausweis Rabatt?”. Eine wichtige Frage. Herrlich oder?!

Blick auf das Meer

Der Flug verläuft ohne Höhen und Tiefen. Nach drei Stunden Flug landen wir auf dem Flughafen “Hippokrates” von Kos. Es ist 08:00 Ortszeit. Mit dem Zubringerbus brauchen wir über eine Stunde, bis wir am Hotel Dimitra Beach (OSM) ankommen. Agios Fokas ist halt ein wenig abgelegen.

Wir checken im Hotel ein, müssen aber noch ein wenig warten, da unser Zimmer noch nicht fertig ist. Die Frühstückszeit ist noch nicht vorbei, also setzen wir uns auf die Terrasse vom Restaurant und frühstücken in aller Ruhe. Danach machen wir einen Rundgang durch die Hotelanlage. Alles wirkt sehr gepflegt. Dann ist das Zimmer fertig. Es ist klasse, vom Balkon aus haben wir einen tollen Blick auf das Meer. Zum Glück gibt es freies WLAN, denn mit dem Handy bekomme ich nur Turkcell als Netz. Wie gesagt, Agios Fokas ist halt ein wenig abgelegen…

Blick auf das Meer

Wir packen die Koffer aus und machen uns strandfertig. Das Hotel hat am Strand eine Lounge mit gemütlichen Liegen, hier lassen wir uns nieder. Es ist knackig warm, und am blauen Himmel ist kein Wölkchen zu sehen. So kann man es aushalten. Allerdings nur mit Sonnenbrille. Die Sonne scheint gleißend hell und alles im Hotel ist in weiß gehalten. Gefühlte Schneeblindheit. Zur Abkühlung springen wir in den Pool oder ins Meer. Das Meer ist übrigens wärmer als der Pool. Ich bin froh, dass wir Badeschuhe mitgenommen haben. Der Strand ist sehr steinig und man hat wenig Halt.

Strandliegen

Abends gibt es im Restaurant ein großes Buffet, das keine Wünsche offen lässt. Nach dem Abendessen treffen sich alle Gäste an der Hotelbar zur Livemusik. Die Gäste sind recht international, viele Deutsche, Holländer, Polen, Franzosen und auch Briten, die anscheinend vor dem Brexit nochmal Europa besuchen wollen.

Die nächsten Tage sind dann recht chillig. Wir verbringen den Tag träge in der Sonne liegend oder im Pool / Meer badend.

Sonnenaufgang

Dann wird es mir aber doch zu langweilig nur in der Sonne zu liegen. Ich hole meine Kamera aus dem Hotelzimmer und drehe eine Runde durch das Hotel. Zuerst gehe ich an den Strand. Einer der Strandbarleute drückt mir eine Flasche Wasser in die Hand. Yamas! Die Temperatur ist in der letzten halben Stunde rasant angestiegen. Oben am Hang, hinter der Hotelbar, gibt es einen schönen Aussichtspunkt.

Sicht auf Agios Fokas

Von hier aus kann ich über die gesamte Hotelanlage schauen. Ich laufe hinaus auf die Straße, die Richtung Embros-Therme führt. Eine Gruppe Rennradfahrer kämpft sich den Berg hinauf. Zwei andere ungeübte Radfahrer schieben lieber. Auf der rechten Seite der Straße sieht man nur Dornenbüsche und wenige Bäume. Alles ist knochentrocken. Schilder weisen auf die leichte Entzündlichkeit der Umgebung hin.

Fire Hazard

Auf der rechten Seite kommt nach kurzer Zeit das Villa Cafe (OSM), welches eigentlich schön gelegen, aber schon länger geschlossen ist. Der Verfall ist schon ein wenig zu sehen.

Villa Cafe

Ich laufe noch ca. einen Kilometer weiter die Straßen entlang. Hier ist ein Parkplatz (OSM) von dem man eine tolle Aussicht hat. Der Blick geht über die ganze Landzunge bis zum Leuchtturm von Kap Agios Fokas. Blickt man in die andere Richtung, sieht man nur “Gegend”. Die Thermalquelle ist noch nicht zu sehen, und ich entschließe mich für den Rückweg. Es ist einfach zu heiß und die Wasserflasche ist auch schon zu ¾ leer.

Sex sells, auch am Ende der Welt

Den Rest des Nachmittags verbringe ich dann am Pool. Abends gehen wir wieder in das Hotelrestaurant. Wir beobachten die Leute und geben ihnen Namen. Es gibt zum Beispiel Maggie Thatcher und John Mayor, natürlich zwei Briten. Der Baldy Man trägt Nerd T-Shirts und entpuppt sich als Deutscher. Wir haben einen sehr großen jungen Mann, der ein Stirnband trägt – Karate Kid. Sehr schön sind auch die Gespräche, die man mitbekommt. Eine Frau: “Das Buffet ist ja so toll, eine riesen Auswahl. Da findet man immer etwas!”. Der Blick auf den Teller verrät, sie meint Spaghetti Bolognese. Wir wechseln in die Bar. Der Mann an der Bontempi-Orgel spielt schlecht. Am Nachbartisch sitzen zwei Pärchen. Eine der Frauen hält einen langen Monolog. Sie spricht über ihren Therapeuten und den einzigen beiden Gerichten, die ihr Mann kochen kann: Bandnudeln mit Spiegelei und Würstchen mit Pommes. Ihr Mann sagt nichts, wahrscheinlich grübelt er die ganz Zeit, wie er seine Frau zum Schweigen bringt.

Straße zur Embros Therme

Am nächsten Tag entschließe ich mich zur Embros-Therme (OSM) zu laufen. Ich breche auf, nicht ohne mir noch Wasser für unterwegs mitzunehmen. Vom Hotel bis zur Quelle sind es ca. 3,5 km. Die Straße folgt geschwungen dem Küstenverlauf. Es geht hoch und wieder runter. Nach zwei Kurven sind die Hotels von Agios Fokas nicht mehr zu sehen, nur noch Landschaft. Auf den Bergen wächst nichts außer ein paar Dornenbüschen und Sträuchern. Die Aussicht auf die Datca-Halbinsel ist spektakulär. Ein sind nur sehr wenige Touristen unterwegs. Ein, wie sich später herausstellt, englisches Pärchen in Badesachen läuft vor mir. Ein paar andere Leute schieben ihre Fahrräder den Berg hoch. Ab und zu ein Auto, Quad oder ein Strandbuggy, mehr Verkehr gibt es hier nicht. Die Stille ist herrlich. Es ist kein Wölkchen am Himmel zu sehen und die Sonne brennt. Da aber ein ordentlicher Wind weht, merkt man davon nichts. Ich bin froh, dass ich mich heute Morgen gut eingecremt habe. In einer Kurve sind hohe Felsklippen bis an die Straße. Das englische Pärchen steht in der Kurve und schaut nach oben. Ich bleibe auch stehen und gucke. Ganz oben auf dem Felsen stehen zwei Ziegen und schauen zu uns hinunter. “Maybe they jump!” sagt der Engländer.

Bergziegen

Wir kommen ins Gespräch und er fragt wie weit es noch bis zur Therme ist. Ich schätze die Strecke auf noch einen Kilometer. Die beiden laufen weiter, ich bleibe noch etwas und mache Fotos von den Klippenziegen. Hinter der nächsten Kurve kann man dann den Parkplatz der Therme sehen. Ich komme endlich am Parkplatz an, der gut gefüllt ist. Natürlich gibt es dort auch eine einfache Taverne. Ein junger Grieche bietet wortgewandt Getränke an. Vom Parkplatz muss man noch einmal ca. 750 m einen Weg hinunter ans Wasser, dann sieht man die Embros-Therme. Der Kiesstrand ist schmal und die Felsen sind steil. Die eigentliche Therme ist ein Rinnsal von schwefelhaltigem Wasser, welches sich in ein von Steinen umschlossenes Becken im Meer ergießt. Es riecht stark nach faulen Eiern.

Embros Therme

In dem Becken baden ein paar Touristen. Gleich neben der Therme weicht die Felswand etwas zurück und schafft Platz für ein altes Gebäude. Das Gebäude beherbergte früher die Embros-Taverne und scheint uralt zu sein. Das letzte Erdbeben hat dem Gebäude anscheinend den Rest gegeben. Die Terrasse vorne ist halb weggebrochen. Die Türen und Fenster sind vernagelt. Ich glaube, hier ist nichts mehr zu retten. Der Schwefelgeruch ist mir zu anstrengend, und ich begebe mich auf den Rückweg. Läuft man zurück zum Parkplatz, gibt es nach ca. 100m eine neue Strandbar, die lieblos aus Verkaufsbuden zusammengestellt ist. Aus einem Ghettoblaster dröhnt nicht passend dazu “Yesterday” von den Beatles. In einer Felsnische liegen beschriftete Steine. Viele Touristen haben hier einen Stein mit ihrem Namen und dem Besuchsdatum hinterlassen. Ich laufe wieder hoch zum Parkplatz und begebe mich auf den Rückweg zum Hotel. Der Rückweg ist anstrengend. Vielleicht sind Flip-Flops doch nicht das geeignete Schuhwerk für Strecken von mehr als 7 km!

I was here – Steine

Den nächsten Tag verbringen wir wieder gemeinsam und liegen träge in der Sonne. Einen Tag später zieht es mich allerdings schon wieder raus aus dem Hotelparadies in die Wildnis. Ich will diesmal die andere Richtung erkunden, und will mir zwei Geocache holen, die hier in der Gegend liegen. Der eine GC6V47A “Einfach schön” liegt gleich in der Nähe vom Hotel, der andere Geocache GC3VNJP “Kleine Kirche am Wegesrand” liegt in der Nähe der Kapelle Agios Geórgios auf dem Berg (OSM). Ich laufe raus dem Hotel zur Bushaltestelle. Es warten ein paar Leute auf den Bus nach Kos-Stadt. Auf der rechten Seite gibt es dann noch einen kleinen Beach-Club. Ich finde den ersten Cache. Ich verlasse die Hauptstraße und es geht in die Berge. Die Straße ist teilweise recht steil und in Kurven schlecht einzusehen.

Unterhalb von Agios Georgios

Einmal muss ich dann doch zur Seite springen als ein Auto kommt, ansonsten ist hier nichts und niemand zu sehen. Nach einem halben Kilometer gibt es dann doch ein paar Häuser. Vier Villen liegen hier mit unverbaubarer Aussicht auf das Meer. Alle Häuser sind von hohen Zäunen umgeben. Die Gärten sind üppig und die Rasenflächen leuchten schön grün. Hier wohnen anscheinend nur Leute, bei denen Geld keine Rolle spielt. Natürlich werden alle Grundstücke von Hunden bewacht und ich werde angekläfft. Auf einer Weide gibt es ein paar Ziegen. Ziegen müssen wirklich genügsame Tier sein. Sie fressen was gerade so wächst, auch wenn das anscheinend nichts ist.

Agios Georgios

Am Ende der Straße liegt die Kirche Agios Georgios, die von einer Mauer umschlossen ist. Am Zugangstor ist ein Schild befestigt “The door is open”. Ich folge dieser Aufforderung. Die Kirche selbst ist auch offen. Sie ist innen sehr schön bemalt und hat viele Ikonen. Wieder draußen gehe ich zur Rückseite der kleinen Kirche. Hier kann man über die Mauer auf das Meer schauen. Die Aussicht ist wirklich schön. Leider ist die Gegend außerhalb der Mauer sehr vermüllt. Ich schätze, dass viel davon durch den Wind hier angetragen wurde. Ich verlasse die kleine Kirche wieder und finde auch den zweiten Geocache in der Nähe der Kirche. Dann begebe ich mich wieder auf den Rückweg zum Hotel. Insgesamt bin ich zwei Stunden unterwegs und habe ca. vier Kilometer Fußmarsch hinter mir.  

Aussicht von der Kirche

Am nächsten Tag machen wir am frühen Nachmittag einen Ausflug nach Kos-Stadt. Den Samstag und Sonntag verbringen wir träge im Hotel und lassen es uns gut gehen. Am Sonntag gibt es dann doch noch ein erwähnenswertes Ereignis: Es regnet eine halbe Stunde lang! Die Hotelangestellten freuen sich über die ungewöhnliche Abkühlung, da es seit April nicht mehr geregnet hat. Was für eine schöne Vorstellung. In Deutschland hat es gefühlt seit April nur geregnet!

Agios Georgios

Den ganzen Montag treiben wir uns mit einem Mietwagen auf der Insel Kos umher. Dienstag ist unser letzter Tag auf der Insel, den wir wieder am Strand verbringen.  Mit unserer durchsichtigen Luftmatratze schwimmen wir aufs Meer. Ich habe vom Frühstück ein Brötchen mitgenommen und will damit versuchen, Fische anzulocken. Ich nehme erstmal nur die Hälfte vom Brötchen und reiße es unter Wasser klein.  Es dauert ca. 5 Sekunden, dann sieht es so aus als würde das Wasser kochen! Richtig viele bunte Fische machen sich über die Brötchenteile her. Nach einer Minute ist alles wieder vorbei und das Fischfutter ist komplett aufgefressen. Das gleiche Schauspiel wiederholt sich, als ich die zweite Hälfte vom Brötchen kleinreiße.

überall gibt es Einhörner…

Am nächsten Morgen werden wir ganz früh mit dem Bus abgeholt. Die Rückreise verläuft ohne Probleme. Bleibt eigentlich nur noch übrig, die beim letzten Kos-Urlaub nicht erledigten Punkte abzuhaken:

  • Besuch von Kos-Stadt: Haben wir als Tagesausflug mit dem Bus gemacht.
  • Bestaunen der Platane vom alten Hippokrates: Erledigt, auch wenn der Baum beim Erdbeben gelitten hat.
  • Baden in der Embros-Therme: Bedingt erledigt. Angeschaut haben wir sie uns, aber für ein Bad fanden wir das Wasser doch etwas zu “schwefelig”.
  • Besuch in Kefalos: Check!
  • Flamingos am Salzsee von Tigaki: Offen für den nächsten Kos Trip
  • Kanelada (Zimtlikör) probieren: Leider wieder verpennt….

Das war Kos 2017…

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