Texel #2

Am nächsten Tag haben wir das erhoffte Wetter, die Sonne strahlt und es ist kein Wölkchen am Himmel zu sehen. Nach dem Frühstück packen wir unsere Sachen für den Strand zusammen. Da wir nicht alles auf den Fahrrädern zum Strand transportiert bekommen, nehmen wir ein Auto als Unterstützungsfahrzeug und packen alles hinein.

Strandhütten

Am Strand mieten wir für 20,-€ eine Strandhütte. In der Hütte gibt es drei Strandliegen. Das Zusammenbauen der Liegen erinnert sofort an einen Loriot-Sketch. Es dauert etwas, bis man den Bogen heraus hat. Wir liegen träge in der Sonne, die Kinder buddeln im Sand. Zufriedenheit macht sich breit. Morgens sind noch nicht viele Leute am Strand, und wir haben den Strand fast für uns allein. Ich lasse meinen Lenkdrachen fliegen, was bei dem Wind richtig Spass macht. Die 1,80m große Matratze zieht ganz schön an den Schnüren. Mittags essen wir eine Kleinigkeit im Strandpavillion Paal 28 (OSM).

Strandpaal

Nachmittags ist Ebbe und das Meer gibt ein paar flache Priele frei, in denen noch Wasser steht. Die Kinder flippen total aus, und buddeln begeistert mit Matsch. Wir finden sogar ein paar kleine Krebse. In den Tümpeln wimmelt es von kleine durchsichtigen Garnelen. Diese kann man einfach mit der Hand fangen. Die Mittagssonne wärmt die kleinen Tümpel allerdings soweit auf, dass viele von ihnen sterben. Ich bade in der Nordsee, herrlich! Das Wasser ist schweinekalt. So verbringen wir den ganzen Tag am Strand. Abends bin ich ziemlich angeschlagen, anscheinend habe ich mir eine Grippe eingefangen und erste Symptome zeigen sich.

Möwen in Lauerstellung

Am nächsten Tag bin ich total kaputt. Ich bin krank und liege den ganzen Tag im Bett. Die anderen machen einen Ausflug mit dem Rad zum Leuchtturm und nach De Cocksdorp. Einen Tag später bin ich zum Glück wieder halbwegs fit.

Leuchtturm von Eierland

Da das Wetter nicht so gut ist, wollen wir nach De Koog und dort das Ecomare besuchen.

Ecomare

Was ist das Ecomare? Es ist sowas wie ein Naturkundemuseum mit Aquarium und angeschlossener Vogel- und Seehundaufzuchtstation.

Raubtierfütterung

Das Ecomare liegt mitten in den Dünen, südlich von De Koog. Wir kommen kurz vor der Tierfütterung dort an, und gehen zuerst in die Außenanlage. Dort gibt es ein Becken mit Schweinswalen und mehrere Becken im Robben. Die Schweinswalfütterung vermittelt mir dann doch den Eindruck eines Zoos mit dressierten Tieren.

Bram

Bram ist der älteste Bewohner unter den Kegelrobben. Er lebt seit 1973 in der Anlage. In freier Wildbahn wäre er wahrscheinlich nur um die zwanzig Jahre alt geworden. Er macht den Eindruck, als könnte ihn nichts mehr erschüttern, und hat sich wohl mit seinem Schicksal abgefunden.

tick, tick, tick

Kurz nach Mittag sind wir durch mit dem Ecomare. Für den Nachmittag planen wir eine Bootstour zu den Robbenbänken auf Noorderhaaks (OSM).

Oudeschild

Ausgangspunkt dafür ist das Örtchen Oudeschild im östliche Teil der Insel. Im Ort befindet sich eine große Baustelle und wir müssen einen kleinen Schlenker zum Hafen fahren. Dafür kommen wir direkt am Parkplatz an. Es werden diverse Touren angeboten und wir schauen uns erstmal um, welche Tour wir machen wollen. Zwei Boote (ehemailge Fischkutter) bieten Fahrten zur Seehundbank und Live-Fishing an. Auf diesen Booten sitzt man direkt an Oberdeck und ist schutzlos der Witterung ausgeliefert.

Texel 44

Ich sehe sehr viele Leute dort nur im T-Shirt sitzen, und der Himmel sieht eher nach Regen aus. Unsere Wahl fällt auf die Texel 44, einen schon etwas in die Jahre gekommenen Ausflugsdampfer (Baujahr 1950). Die Tour soll zwei Stunden dauern, und führt zur Seehundbank “Razende Bol” und weiter zum Marinehafen Den Helder (insgesamt 62,-€ für alle). Die Texel 44 verlässt den Hafen und geht auf Südkurs. Die anderen Ausflugsboote steuern Richtung Osten.

Robbenbank

Ungefähr eine viertel Stunde nach Auslaufen geht ein ordentlicher Regenguss auf uns nieder. Ich bin froh, dass wir dieses Boot gewählt haben, gerade weil ich noch gesundheitlich etwas angeschlagen bin. Außerdem gibt es Pommes und Getränke an Bord. Also, alles richtig gemacht! Über die Lautsprecheranlage kommen alle Informationen in niederländisch und in deutsch. Wir erreichen die Robben-Kolonie. In der Ferne sieht man Robben träge auf der Sandbank liegen. Die Texel 44 kann leider nicht näher heranfahren, wahrscheinlich aus Tierschutz- und Tiefganggründen. So bleibt nur der Blick durch das Kameraobjektiv. Der Kapitän nimmt Kurs auf Den Helder. Im Marinehafen liegen einige Schiffe, auch das neue Mehrzweckversorgungsschiff Karel Doorman (A 833).

Karel Doorman

Wir dümpeln durch den Hafen und der Kapitän sagt etwas zu den Marineschiffen. Dann geht es zurück nach Oudeschild. Die Überfahrt von Den Helder dauert ca. 30 Minuten, dann sind wir wieder fest. Leider hat es wieder angefangen zu regnen, und wir haben keine Lust das Örtchen im Regen zu erkunden. Also zurück zum Ferienhaus. Zwei Stopps machen wir dann doch noch. Der erste Stopp ist an einem Fischladen in Oudeschild. Der Laden ist toll, man kann sich den Fisch auch direkt vor Ort braten lassen. Es sitzen ein paar Gäste da, deren Fischteller sehen sehr sehr lecker aus. Wir kaufen Kabeljau für das Abendessen.

Fast vergessen! In dem Fischladen gibt es ein riesiges Aquarium, in dem kleine Haie schwimmen. Der zweite Stopp ist die Brauerei, in der das Texel-Bier gebraut wird. Die ist klein und übersichtlich. Im Schankraum sitzen einige Touristen und probieren sich durch das Sortiment. Da es hier die gleichen Zusammenstellungen wie im Supermarkt zu kaufen gibt, nehme ich mir nichts mit. Im Regen fahren wir zurück nach De Cocksdorp. Dort machen wir noch einen Abstecher zum Plus Markt, um für das Abendessen einzukaufen. Es gibt gebratenen Fisch und dazu Bratkartoffeln.

Den Burg

Der letzte Urlaubstag bricht an. Die Frauen wollen am Vormittag nochmal nach Den Burg um zu shoppen, die Männer gehen in das Indoor-Spielparadies. Gen Mittag essen wir dort ein paar Pommes, der Kleine möchte ein Hotdog. Die Pommes sind gut, das Hotdog leider nicht. Zwei heiße Würstchen lieblos zwischen zwei Hamburgerbrötchen geworfen. Schade. Ein paar Tische weiter sitzen vier Touristen, eine von ihnen hat sich eine Pizza bestellt. Sie stellt die Pizza nur kurz auf der Mauer ab, um etwas Platz auf dem Tisch zu schaffen. Es dauert nur wenige Momente und eine Möwe, die schon die ganze Zeit in Lauerstellung ist, nutzt die Gelegenheit und pickt sich etwas von der Pizza herunter. Wahnsinn, wie schnell diese Biester sind.

Laat je Hond hier niet pissen en schijten

Am Nachmittag machen wir die letzte Radtour. Unser Ziel ist das IJsboerderij Labora, gleich um die Ecke (OSM). Auf dem Bauernhof gibt es in der Scheune eine kleine Eismanufaktur, die richtig tolles Eis herstellt. Wir verbringen eine Weile auf dem Bauernhof und genießen das Eis. Zurück im Vakantiepark geben wir unsere Fahrräder ab. Leider ist Emmett Brown nicht da, um die Fahrräder entgegenzunehmen. Sein Kollege ist weniger zerstreut und die Abgabe geht schnell und ohne Probleme. Den Kilometer zurück zum Ferienhaus müssen wir jetzt laufen.

Insel Tuk Tuks

Heute Abend gibt es Frikandel! Die Dinger stammen aus der Tiefkühltruhe und sehen gefroren besser aus als fertig zubereitet. Okay, zugegeben, man sollte Finkandeln auch fritieren statt im Backofen bei Umluft zuzubereiten. Auf die Frage wie sie denn schmecken, würde Alfred Biolek sagen: Interessant! Will heißen, sie schmecken Scheiße! Mit viel Ketchup geht es.

Fikandel

Am nächsten Tag packen wir in Ruhe die Autos ein und machen uns auf den Rückweg. Den Helder durchfahren wir in gerade einmal 15 Minuten. So schnell kann das gehen, wenn alle Straßen frei sind. In Winchoten machen wir dann nochmal eine Pause und essen Mittag. Eigentlich wollen all nochmal durch die Stadt laufen und ein wenig bummeln. Das Wetter macht uns einen Strich durch die Rechnung und wir machen den Abflug. Das war Texel….

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