Kurztrip Hamburg #2

Der nächste Morgen. Frühstückshunger macht sich breit. Gestern Abend haben wir uns schon ein Cafe mitten in St. Pauli rausgesucht. Also raus auf die Reeperbahn. Ziel ist das Kaffee Stark in der Wohlwillstraße (OSM).

Willst du mit mir gehen?

Wir biegen in den Hamburger Berg ein. Auf der Straße (OSM) steht schwankend ein Mann, und brüllt irgendetwas Unverständliches durch die geöffnete Tür des Elbschlosskellers hinein. Er wurde anscheinend gerade dort rausgeschmissen.

Gegenüber aus dem goldenen Handschuh döhnt auch schon laute Metalmukke. Der Kiez schläft nie! Wir laufen etwas im Zickzack und landen schließlich im Kaffee Stark. Wir frühstücken ordentlich. Die Atmosphäre ist so, wie ich mir ein Cafe auf St.Pauli vorstelle. Das Interieur ist bunt, der Service super freundlich. Von unserem Platz können wir ein wenig in die Küche schauen, sie ist winzig aber gut organisiert.

Backstein und Glas

Wir begeben und zur U-Bahnstation Feldstraße, und kaufen uns ein 9-Uhr-Tagesgruppenticket für 11,80€. Ich hatte im Vorfeld unseres Hamburgtrips überlegt eine Hamburgcard für 9,90€ pro Tag zu kaufen. Mit der Hamburgcard hat man in verschiedenen Vergünstigen bei entsprechenden Partnern. Das können Museen, Hafenrundfahrten oder auch Restaurants sein. Da die Karte aber nur für eine Person gültig ist, wären wir mindestens 19,80€ pro Tag los geworden. Mit einer Tagesgruppenkarte fahren wir also billiger. Wir nehmen die U3 und fahren an den Landungsbrücken vorbei zur Haltestelle Baumwall. Von hier aus ist es ein Katzensprung zur Elbphilharmonie

Elbphilharmonie

Es ist inzwischen Mittag und in der Umgebung der Elbphilharmonie sind schon viele Touristen unterwegs. Alle strömen in Richtung des neuen Bauwerks.

Plaza

Ich habe schon etwas Befürchtungen, dass wir nicht auf die Plaza hoch kommen. Meine Befürchtungen zerschlagen sich so schnell, wie sie gekommen sind. Am Ticketschalter gibt es nur eine kleine Schlange und wir kommen schnell zu unseren Tickets. Nur noch durch die Sperre durch und schon geht es die 82m lange, nach oben gebogene Rolltreppe hinaus. Am Ende kommt man in einen Vorraum mit einer großen Glasscheibe Richtung Hafen. Störtebeker betreibt hier ein Restaurant und eine Tasting-Bar. Über eine zweite kleine Rolltreppe gelangt man in die Mitte der öffentlichen Plaza in 37m Höhe.

Blick in Häuserschluchten

Im Innenraum sind die Zugänge zu den Konzertsälen, ein Cafe und natürlich ein Shop mit Werbeartikeln. Das Logo der Elbphilharmonie auf jedem erdenklichen Gegenstand. Leider kann man nicht in die Konzertsäle hineinschauen. Draußen verläuft die Plaza um das komplette Gebäude herum. Die Aussicht ist prima und es ist viel los. Ganze Schulklassen werden einmal um das Gebäude gejagt, und die Lehrer geben Informationen zu den Bauwerken am Horizont.

Pianospieler auf dem Platz der Deutschen Einheit

Es ist ein bisschen anstrengend hier oben. Richtung Osten kann man in die Büros der Nachbargebäude schauen, die entlang des Kaiserkais liegen, und so optisch an Meetings dort teilnehmen. Es fehlt nur noch der Ton! Nach ca. einer Stunde hier oben fahren wir mit der Rolltreppe wieder zum Ausgang. Wir laufen den Kaiserkai entlang bis zu den Magellan-Terrassen (OSM). Kaffeedurst kommt auf. Im Internet hatte ich etwas vom Flettschlösschen (OSM) als nettes kleines Cafe gelesen.

Flussschifferkirche

Als wir dort angekommen ist es, anscheinend für immer, geschlossen. Wir gegeben uns zur nächsten Bushaltestellen “Brandtswiete” und fahren genau eine Station weiter bis zum Domplatz. Wo landen wir schließlich? Genau, im Hofbräuhaus am Speersort. Bei dem Kaiserwetter ist ein frisch gezapftes Helles genau das Richtige. Am Nebentisch sitzen ein paar Schlipsträger und essen Schnitzel. Ich schaffe es nur mit Mühe der Versuchung zu widerstehen, mir auch etwas zu bestellen. Nach einer ganzen Weile laufen wir weiter zur Mönckebergstraße, noch ein wenig shoppen. Mit dem Bus geht es dann zurück zur Feldstraße. Vorn dort aus laufen wir zur Rindermarkthalle, und essen dort beim Inder. Danach geht es eine Station mit der U3 nach St. Pauli. Wir wollen uns noch ein wenig ausruhen.

Pulverfass

Abends besuchen wir die Travestieshow im Pulverfass. Ich hatte im Vorfeld schon Karten reserviert, was aber nicht wirklich nötig war. Der gesamte Saal ist in postkommunitischem rot gehalten und nicht wirklich voll. Es sind vielleicht 60 Besucher da um sich die Show anzusehen. Wir bestellen uns Getränke. Die Cocktails auf der Karte klingen ganz gut. Wir ordern zweimal Planters Punch für je 19,50€. Okay, jetzt klar warum die Eintrittskarte nur einen knappen Zwanni kostet.

Show

Der Vorhang geht auf und die Show beginnt. Den Anfang mach die “La Grande Olivia Revue”, zwei “Herren” mittleren Alters, die von Tänzern begleitet werden. Es werden französische Chansons gesungen, leider Vollplayback. Wenn wenigstens zum Playback die Lippen synchron bewegt würden, könnte man der Vorstellung etwas abgewinnen. Bei uns kommen Fluchgedanken auf, die nur durch einen kräftigen Schluck Planters Punch unterdrückt werden können. Zum Glück ist ordentlich Alkohol im Cocktail. Die Show wird besser. Es folgen echt gute Gesangsdarbietungen und die Kostüme sind prächtig. Einzelne Künstler sind stimmgewaltig, auch ohne Mikrofon. Echt toll! Zwischendurch gibt immer Showeinlagen, mit brüllender Bum-Bum-Discomukke und Nebelmaschine, bei denen sich die vermeintliche Dame nach und nach entblößt, und wir bis zum Schluss raten, ob es sich um ein Männlein oder Weiblein handelt. Wir bestellen noch eine zweite Runde Punch und geniessen das Schauspiel. Nach zweieinhalb Stunden ist die Show vorbei, und wir sind 78,- € los. Auf der Rücktour zum Hotel bleiben wir im Sommersalon stecken. Hier gibt es auch Cocktails und Astra aus der Flasche. Wir verprassen uns restliches Geld und fallen spät nachts ins Bett.

Elbvertiefung

Am Freitag Morgen frühstücken wir recht lang im Hotel. Danach packen wir in Ruhe unsere Sachen und checken aus dem Hotel aus. Die Koffer kommen ins Auto und wir laufen noch einmal vom Hotel zu den Landungsbrücken. Da uns der der Wind doch relativ kalt um die Ohren pfeift, halten wir uns hier nicht lange aus.

Blick auf die Elbe

Zurück zum Wagen. Wir fahren runter an die Elbe. Ich will noch zur Hafencity. Ziel ist der U-Bahnhof Hafencity Universität. Der U-Bahnhof ist architektonisch sehr schön. In Längsrichtung über den Gleisen hängen zwölf Leuchtcontainer, die jeweils die Abmessungen eines 20-Fuß-Containers besitzen.

Leuchtcontainer

Die Leuchtcontainer wechseln sanft ihre Farbe und geben dem gesamten U-Bahnhof eine interessante Stimmung. Publikumsverkehr ist hier keiner, auf dem Bahnsteig sieht man nur einen einzelnen Fotografen. Nach ein paar Schnappschüssen geht es zurück zum Auto. Ab nach Hause…

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