Groningen

Wir haben ein Wochenende in Groningen verbracht. Von Bremen aus ist man in 2 Stunden (ca. 180km) nach Groningen gefahren. Wir kommen so gegen 13:00 am Hotel an. Das NH-Groningen liegt direkt gegenüber der Universitätsklinik (OSM). Unser Zimmer ist noch nicht fertig, also ziehen wir ein Ticket am Parkscheinautomaten und gehen in die Stadt.

Groningen Staathuis

Am Automaten werden wir für zwei Stunden Parkzeit 3,80€ los. Die Automaten akzeptieren übrigens kein Cash, sondern nur Kreditkarten. In diversen Blogs hatte ich schon einiges über horrende Gebühren für Knöllchen gelesen, daher zahlen wir bereitwillig.

Wir laufen den Nieweweg und dann die Poelestratt runter Richtung Innenstadt. Am Ende der Poelestraat ist links ein Spielcasino. Draußen steht ein Spielautomat, und man hört ständig das Geräusch, dass der Automat im Auszahlungsfall von sich gibt. Wir kommen am Grote Markt an.

pretty in pink

Zwei Dinge fallen einem sofort ins Auge. Ein komplett in pink angemaltes Haus und gegenüber der Imbiss Hoek mit seinem Snackautomaten. Hier gibt es “Eten uit de muur”. Man kann Frikandeln, Hamburger oder ähnliche Dinge direkt gegen Münzeinwurf aus dem Automaten ziehen. Ich lasse mich nicht zum Kauf einer Köstlichkeit überreden. Wir laufen weiter zum Vismarkt und tingeln durch mehrere Geschäfte. Da unser Parkticket abläuft und unser Hotelzimmer langsam fertig sein müsste geht es zurück zum Hotel. Auf dem Rückweg machen wir in Flinders Cafe noch eine Kaffeepause.

Zurück am Hotel checken wir ein. An der Rezeption komme ich nur mit englisch weiter, obwohl ich gedacht hätte, dass hier eigentlich jeder deutsch spricht. Unseren Wagen könne wir in der Tiefgarage der Uniklinik parken, dafür zahlen wir von Freitag bis Sonntag 10,-€. Unser Zimmer liegt ganz oben im Gebäude, im sechsten Stock. Von unserem Zimmer können wir den Platz vor dem Uniklinikum gut überblicken. Unser Plan ist es, uns ein wenig auszuruhen und dann in der Stadt etwas essen zu gehen.

Automat

Wir machen uns wieder auf in die Stadt. Eigentlich wollen wir in der Pastafabriek in der Stoeldraaierstraat essen gehen, doch hier steht eine Schlange bis auf die Strasse. Wir landen schließlich in der Astraat, im chinesisch-indischen Restaurant Diamant. Alle anderen Restaurants, an denen wir vorbeigelaufen sind, waren übrigens rappelvoll. Im Diamant finden sie noch zwei Plätze für uns. Fünf Minuten später kommt eine Gruppe von acht Leuten rein, die ebenfalls dort essen wollen. Ein großer kahlköpfiger Wrestlertyp in Motorradkluft kommt mit der Gruppe ins Restaurant. Es ist nicht klar, ob er zur Gruppe gehört oder nicht. Er fängt an Tische zusammenzustellen und Stühle zu sortieren. Langsam kommt der Verdacht auf, dass er doch zum restaurant gehört. Irgendwie komisch, wenn jemand in vollem Motorradfahreroutfit Getränke serviert. Das Essen kommt. Meine Erwartungshaltung war eher niedrig angesetzt, jetzt werde ich sehr angenehm überrascht. Das Essen ist super! Es gibt knuspriges Schwein und Hähnchen Curry. Nach dem üppigen Essen geht es zurück ins Hotel. Genug erlebt für Heute. Auf dem Rückweg kaufen wir in einem Spätkauf noch ein paar Getränke für einen Absacker.

Het Concerthuis

Der nächste Morgen. Wir haben unser Hotel ohne Frühstück gebucht, und wollen irgendwo in der Stadt frühstücken gehen. Unsere Wahl fällt auf das Het Concerthuis. Draußen auf der Karte steht nicht wirklich was von Frühstück, also gehen wir rein und fragen. Frühstück geht klar, und wir bestellen ein großes. Das Frühstück ist ganz nett, entspricht aber nicht meiner Vorstellung von einem Start in den Tag. Die niederländische Frühstückskultur ist scheinbar eine andere.

Vismarkt

Gestärkt vom Frühstück starten unsere Tour durch die Stadt. Wir kommen wieder am Casino vorbei, und man hört das Auszahlungsgeräusch schon von Weitem.

Am Grote Markt landen wir in Sostrene Grene. Hier wird man wie im Labyrinth durch den Laden geführt. Verkaufsoptimierung. Wir biegen in die Herestraat und laufen bis zu Hema. Im Hema ist gleich vorne zuerst ein Imbiss. Es riecht schrecklich nach irgendwas Frittiertem. Der feine Fettnebel ist im gesamten Erdgeschoss und legt sich sanft auf alles was man dort kaufen kann, vom Plastikspielzeug bis hin zur Jeanshose. Im hinteren Bereich des Geschäfts gibt es eine Frischetheke und Kühlregale. Im Hema in Oldenburg hat man dieses Konzept inzwischen aufgegeben. Die Geruchswolke der Käsetheke ist inzwischen aus dem Geschäft verbannt. Hier in Groningen ist der Hema noch “ursprünglich”. Es gibt alles.

Grote Markt

Wir gehen wieder zurück zum Vismarkt. Gleich am Anfang finden wir einen Laden mit Nippes, verteilt auf zwei Etagen. Herrlich! Auf dem Vismarkt ist Markttag. Die Auswahl ist riesig. Es gibt Waffeln in jeglicher Form, Obst, Gemüse, Fisch und Fleisch (alles auch vor Ort frisch zubereitet, z.B. Kibbeling). Toll. Wir essen ein paar belgische Pommes. Die Verkäuferin schaltet bei unserer Bestellung verzugslos auf akzentfreies Hochdeutsch um.

Es ist inzwischen später Vormittag, und man bemerkt die angespülten Deutschen überall in der Stadt. Wir biegen in die Folkingestraat. Hier gibt es viele kleine Läden. Erwähnenswert sind Toy Toy, Le Souk oder gleich gegenüber van Delft – de Pepernotenfabriek. Es gibt Pfeffernüsse in allen erdenklichen Varianten. Sehr lustig ist Confetti Budget Feestkleding mit den tollsten Verkleidungen ever. Unbedingt sollte man in Klinkhamer Antiek reinschauen. Hier gibt es wahre Schätze zu entdecken. Wir laufen die Folkingestrat wieder zurück zum Vismarkt. Man muss hier übrigens sehr aufpassen.  Die Strasse ist eine Hauptdurchgangsstrasse für Fahrradfahrer. Es geht link runter an der Aa-Kerk vorbei. In der Astraat hatte ich gestern den Bonbonladen Droppie entdeckt. Der Laden ist winzig und so voll, dass man sich nicht bewegen kann. Es ist mir einfach zu voll und mir vergeht die Lust auf Süßes. Also zurück. Wir biegen in die Stoelraaierstraat und gehen in die Croissanterie Pigalle. Es ist zwar sehr voll, aber nach kurzer Wartezeit bekommen wir einen Platz. Wir bestellen überbackenes Baguette, Schokokuchen, Kaffee und Kakao. Der Schokokuchen strotzt vor Schokolade. Ich bin begeistert. Es gibt hier Baguettes in jeglicher Art und Weise, entsprechend mit Käse überbacken. An der Theke stehen kistenweise Orangen für frisch gepressten Orangensaft, eine Sache die es in Groningen überall gibt. Nach der Verschnaufpause ziehen wir weiter. Wir biegen in die Grote Kromme Elleboog – Strasse ein, und gehen zu Dille & Kamille. Der Kleine Kromme Elleboog ist ein schmale Gasse, und diese führt auf einen Innenhof. Hier befindet sich Cafe de Pintelier und De Uurwerker. Abends ist hier richtig was los und es ist schwer einen Platz zu bekommen. Läuft man weiter, kommt man an der Oude Kijk in Het Jatstraat wieder heraus. Hier treffen wir auf einen Festumzug mit vielen zwarten Piets. Sie verteilen Süssigkeiten an die Kinder. Wir laufen zurück Richtung Grote Markt und klappern noch diverse Geschäfte ab. Dann geht es ins Hotel.

Abends laufen wir nochmal in die Stadt. Wir essen im Mr. Mofongo. Der Laden ist auch hier gerammelt voll.

Grote Markt

Sonntag.  Wir frühstücken heute im Hotel. Das Frühstücksbuffet ist reichlich. Eine holländische Spezialität ist Hagelslag. Das sind Schoko- oder Fruchtstreusel, die einfach aufs Weißbrot gestreut werden. Ich bin ja eigentlich immer für irgendwelchen Süsskram zu haben, aber Hagelslag aufs Brot ist nicht so mein Ding. Da wir erst bis 15:00 auschecken müssen, gehen wir nach dem Frühstück nochmal in die Stadt. Ziel ist der Bootsanleger in der Nähe vom Hauptbahnhof. Vom Anleger aus sollen eigentlich Grachtenfahrten starten. Außerhalb der Saison ist allerdings alles geschlossen, wie wir bei Ankunft feststellen. Schade. Also laufen wir nochmal durch die Stadt. Auch sonntags haben viele Geschäfte geöffnet. Das Wetter ist schlecht, es regnet die ganze Zeit. Wir machen eine Kaffeepause im News Cafe. Dann laufen wir zurück zum Hotel, ein letztes Mal vorbei am Casino mit dem Geld-Klimpergeräusch. Wir checken aus und packen die Koffer ins Auto. Auf dem Parkticket ist unser Autokennzeichen vermerkt. Faszinierend, man wird also bei der Ankunft gescannt. Zum Ausfahren benötige ich das Ticket nicht, das System scannt wieder mein Kennzeichen als ich an die Schranke fahre. Diese öffnet sofort und gibt den Weg frei.

Wir brauchen ca. zweieinhalb Stunden zurück bis nach Bremen…

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