Teneriffa

Nach dem Anlegen im Hafen von Santa Cruz de Tenerife gehen wir erstmal in Ruhe frühstücken. Heute ist ein Strandtag geplant. Dazu wollen wir mit dem Bus ins 9km entfernte San Andrés fahren.

Santa Cruz de Tenerife

Santa Cruz de Tenerife

Dort gibt es die Playa de las Teresitas. Die Cara liegt im Industriehafen von Santa Cruz. Hier liegen viele Ölplattformen. Vom Liegeplatz aus folgen wir einer auf den Asphalt gemalten blauen Linie, die uns zum Ausgang des Hafens führt.

Am Terminalgebäude warten schon ein paar Taxifahrer, die uns Sightseeingtouren durch die Stadt anbieten. Wir lehnen ab, und laufen zur Intercambiador, der zentralen Busstation in der Stadt (ca. 30 Min. Fussmarsch). Wo die Bustation liegt, und welche Buslinie wir nehmen müssen hatten wir zum Glück vorher an der Schiffsrezeption erfragt.

Busstation

Busstation

Die Busstation ist groß und hat mehreren Etagen. In der Vorhalle gibt es eine große Anzeigetafel mit den Bussteigen und Abfahrtzeiten. Die Anzeige ist kaputt. Na toll! Wir steigen ein paar Stufen und versuchen direkt an den Bussteigen unser Glück. Es gibt ca. 20 Bussteige, mit funktionierenden Anzeigen. Super! Unser Bus, die Linie 910 fährt von den Plätzen 10 und 11 los. Wir müssen nur 5 Minuten warten, dann kommt auch schon ein grüner Bus von Titsa vorgefahren. Wir steigen ein, ich halte zwei Finger hoch und sage: “Dos Tickets, Playa de las Teresitas”. Zusammen bezahlen wir 2,50€. Dann geht die Reise los. Der Busfahrer fährt recht schmerzfrei. Die Strecke führt uns direkt am Hafenterminal vorbei, wir hätten uns den Weg also sparen können.

Strandleben

Strandleben

Wir fahren aus der Stadt heraus durch Industriegelände. Überall liegen Ölbohrschiffe. Die Haltestellenanzeige im Bus ist kaum zu lesen und es gibt keinen Übersichtsplan. Also fahren wir einfach drauf los, und beschließen dort auszusteigen wo es nach Strand aussieht. Nach der nächsten Bucht liegt auf einmal San Andrés vor uns. Der Bus hält noch einmal im Ort und fährt dann weiter zur Endhaltestelle Playa de Las Teresitas, direkt am Strand. Bingo! Alles richtig gemacht!

Playa de Las Teresitas

Playa de Las Teresitas

Die ganze Bucht ist ein großer Sandstrand. Es gibt ein paar Palmen und ein paar fest aufgestellte Sonnenschirme. Wikipedia sagt, das dieser Sand künstlich hier aufgeschüttet wurde, ursprünglich lag hier schwarzer Sand. Der Badebereich ist durch einen Wellenbrecher vom Meer getrennt. Dadurch ist das Wasser angenehm ruhig. Bei Flut ist dieser Schutzwall dann komplett unter Wasser, und die Brandung schlägt ungehindert an den Strand. Entlang der Bucht gibt es kleine Buden, die Essen und Trinken anbieten. Diese werden nur am Anfang von San Andres mit Strom versorgt. Ab der Hälfte de Strandes betreibt jede Bude einen eigenen Dieselgenerator. Läuft man den Strand entlang, endet man an einer verfallenen Mole, die eigentlich gesperrt ist. Daran hält sich aber niemand. Hinter der Mole geht es nicht weiter, hier ist die Welt zu Ende. Am Kopf der Mole versuchen Angler ihr Glück. Der Strand ist schön sauber und es gibt Stationen vom Roten Kreuz und sogar eine Polizeistation.

Mole

Mole

Unsere Sonnenliegen stehen in der Nähe der Liegenvermieter unter Palmen. Die älteren Herren unterhalten sich lautstark, wahrscheinlich über die bekloppten Touristen. Für die Liegen haben wir übrigens 5,-€ bezahlt.

In der Nähe haben sich drei Ladys aus England niedergelassen. Die Damen sind lustig, sie fragen immer wieder nach free Wifi, und werden von den alten Herren zu einer Bude in der Nähe gelotst. Dort haben die Engländerinnen keinen richtigen Erfolg, denn sie fragen die alten Herren noch einmal: “Do we have to pay for it? Do you  know the password?” Auch hier geht einfach nichts ohne Internet.

Blick Richtung Santa Cruz

Blick Richtung Santa Cruz

Die Brandung hat sehr zugenommen. Am Strand vermietet jemand Tretboote mit einer Rutsche. Die Boote schaukeln ganz ordentlich in der Brandung. Der Vermieter springt hecktisch am Strand herum, pfeift wie blöd auf einer Trillerpfeife und rudert mit den Armen. Es erschließt sich mir nicht, was er den Tretbootbesatzungen damit sagen will. Das ist dann auch die einzige Unruhe hier am Strand, ansonsten geht es hier sehr chillig.

das Ende der Welt

das Ende der Welt

Irgendwann, ich glaube es ist so gegen 17:00 packen wir unsere Sachen zusammen und laufen die paar Meter zur Bushaltestelle. Wir haben wieder Glück und es steht noch ein Bus der Linie 910 da. Wir steigen ein, ich kaufe nochmal zwei Tickets für 2,50€ und die Fahrt geht los. Die Fahrt ist wieder recht zügig. Der Fahrer schafft es, die auf der Straße vorhandenen Schwellen zu Geschwindigkeitsreduzierung gekonnt zu ignorieren. Der Gelenkzug ballert mit lautem Getöse über die Schwellen. Von der Decke tropft eine Flüssigkeit. Es ist anscheinend nur Kondenswasser von der Klimaanlage und kein Hydrauliköl. Das beruhigt. Der Gelenkzug hat seine besten Tage schon hinter sich. An einer Haltestelle kurz vor Santa Gruz steigen zwei Fahrkartenkontrolleure ein und prüfen die Tickets. Wir steigen an der Plaza de España aus, und müssen nur noch ein kurzes Stück bis zum Terminalgebäude laufen. Hier ist alles voller Menschen, da hinter dem Gebäude gerade eine Fred Olsen Fähre anlegt. Wir folgen wieder der blauen Linie bis zum Schiff. Gegen 22:00 laufen wir aus. Es sind nur 83sm bis nach Las Palmas auf Gran Canaria, unserem letzten Hafen.

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