Lanzarote

Wir sind pünktlich um 08:00 fest. Der Liegeplatz heißt “Muelle de Cruceros” und ist ein großer gepflasterter Parkplatz am Ende der großen Marina Lanzarote. Auf dem Parkplatz kommen kurz nach Einlaufen schon die ersten Taxen vorgefahren, die auf Kunden hoffen.

Mondlandschaft

Mondlandschaft

Gleich dahinter steht ein Autovermieter und bietet seine Dienste direkt aus dem Kofferraum an. Ich habe an der Schiffsrezeption nachgefragt, wo der nächste Autovermieter ist. Wir laufen den kurzen Weg zur Marina und finden Cigar Cars.

Der Laden macht einen seriösen Eindruck und wir beschließen hier einen Leihwagen zu nehmen (kostet uns den ganzen Tag 60,-€). Wir bekommen einen weißen Opel Astra GTC. Der Wagen ist schon leicht lädiert. An der rechten Seite ist hinten eine kleine Beule, die Stoßstangen sind angekratzt und vorne rechts ist ein teil vom Spoiler abgebrochen. Ich gehe nochmal in den Laden, und hole den Leihwagenmann heraus. Er winkt ab, und sagt: “No Problem, full insurance!” Okay, ich hoffe, dass alles gut geht. Wir fahren los.

Der erste Weg führt uns zu einer BP-Tankstelle. Die Kiste braucht Normalbenzin 95 ROZ. Der Tankwart fragt für wieviel Euro ich tanken will. Ich kann mich anscheinend verständlich machen, und er tankt für 30 € (1 Liter = 1,05€). Danach quälen wir uns aus Arrecife heraus. Mit etwas Glück landen wir auf der LZ-1. Überall werden Schilder mit Orzola angezeigt, dass ich nicht auf der Karte finde. Leichte Unsicherheit steigt auf. Irgendwann wird dann doch auf braunen Hinweisschildern “Jameos del Aqua”, unser erstes Reiseziel angezeigt.

Jardin de Cactus

Wir fahren durch eine surreale Mondlandschaft. Hier scheint kein Baum und kein Strauch zu wachsen.

Kakteen

Kakteen

Kurz vor Guatiza (OSM) verlassen wir die LZ-1. Der Ort Guatiza macht einen verschlafenen Eindruck. Auf Lanzarote gibt es so gut wie nirgends Ampeln, sondern meistens Kreisverkehre, die sehr gut funktionieren. Außerdem hat man den Eindruck, als wenn auf der gesamten Insel nur Leihwagen unterwegs sind. Am Ortsausgang von Guatiza befindet sich der “Jardin de Cactus”. In dieser Gegend wurden früher viele Kakteen gezüchtet. Wir machen einen kurzen Zwischenstopp am Kakteengarten, gehen aber nicht hinein. Draußen auf dem Parkplatz stehen schon einige Touristenbusse und viele Leihwagen. Wir fahren weiter, durch den Ort Mala zurück auf die LZ-1.

Jameos del Aqua

Ich dachte, wir werden mehr Zeit brauchen um in den Norden der Insel zu kommen, aber es geht alles recht schnell. Auf der Schnellstraßen kommen wir zügig voran. Dank der guten Beschilderung finden wir ohne Probleme die Lavahöhle “Jameos del Aqua” (OSM).

Jameos del Aqua creacion de Manrique, 1966

Jameos del Aqua creacion de Manrique, 1966

Der Parkplatz ist sehr groß und es stehen schon Parkplatzanweiser da, um die Leihwagen und Touribusse in geordnete Bahnen zu lotsen. Am Eingang ist eine relativ kleine Schlange. Wir müssen vielleicht 10 Minuten warten. An der Kasse werden wir 9,-€ pro Person los. Dann geht es eine schmale Treppe hinunter. Nach zwei, drei Metern wird der Blick auf den Höhleneingang freigegeben.

Licht am Ende des Tunnels

Licht am Ende des Tunnels

Der Weg führt in Serpentinen bis auf den Boden der Höhle. Viele Leute holen ihren Fotoapparat heraus und fangen wild zu fotografieren an. Die meisten Leute machen allerdings mit dem Handy Fotos. Am Boden der zum Himmel offenen Lavablase ist eine Terrasse. Hier gibt es viele Pflanzen und ein kleines Cafe, das aber keiner aufsucht. Die Lavablase geht in eine geschlossenen Höhle über, die mit Wasser gefüllt ist. Im Wasser leben kleine weiße Krebse. An der Seite kann man durch diesen Tunnel auf die andere Seite des Sees laufen. Auf der anderen Seite steht man wieder unter freiem Himmel.

Vulkan-Pool

Vulkan-Pool

Ein paar Stufen höher gelangt man an einen großen Pool. Dahinter ist ein Eingang zu einem unter der erkalteten Lava liegenden Konzertsaal. Vom Pool aus gelangt man auch wieder an die Oberfläche. Im Gebäude oberhalb des Pools gibt es eine Vulkanausstellung. Wir gehen zurück auf den Parkplatz, der inzwischen sehr voll geworden ist.

Mirador del Rio

Unser nächstes Ziel ist der Aussichtspunkt “Mirador del Rio”. Wir fahren auf einer einspurigen Straße (LZ-205) durch die Einöde. Alle 200m befindet sich eine Ausweichstelle um entgegenkommenden Verkehr durch zu lassen. Wir kommen an der “Cueva de los Verdes” vorbei, beschließen aber weiterzufahren. Es kreuzt die LZ-201 (OSM) und wir biegen rechts ab in die Berge.

Mirador del Rio von innen

Mirador del Rio von innen

Die Straße geht in Serpentinen ins Gebirge. Wir gewinnen recht schnell an Höhe. Vor dem Örtchen Ye (OSM) biegen wir ab zum Mirador del Rio. Hier oben ist die Temperatur sehr angenehm und man hat eine hohe Luftfeuchtigkeit. Wir erreichen den Parkplatz des Aussichtspunkts. Von ihr aus wirkt die von César Manrique geplante Anlage recht unspektakulär. Auf dem Parkplatz ist noch wenig los, anscheinend sind wir zeitlich noch vor der Touri-Bus-Streitmacht. An der Kasse werden wir 4,50€/Pers. los. Zuerst kommt man in einen tunnelartigen Innenraum, der sich dann zu einem großen Raum mit großen Fenstern öffnet.

Aussicht

Aussicht

Die Aussicht ist atemberaubend! Es gibt ein Cafe und man kann sich direkt ans Fenster setzen und die Aussicht genießen. Auf der anderen Seite der Meerenge liegt die Insel La Graciosa. Ich wollte unbedingt diesen Ort aufsuchen, spielt hier doch die Fernsehserie meiner Jugend: Timm Thaler. Der Bösewicht Baron de Lefouet, gespielt von Horst Frank, hatte hier sein Hauptquartier. Über eine Treppe kommt man in den Souvenirshop, dann noch höher auf das Dach der Anlage. Der Aussichtspunkt schmiegt sich harmonisch in den Berg ein und man hat das Gefühl in den Wolken zu sein. Der Fels ist überall mit Moos bewachsen und ganz grün.

Timm Thaler lässt grüßen

Timm Thaler lässt grüßen

Nach einer gefühlten Ewigkeit verlassen wir den Aussichtspunkt und laufen zurück zum Auto. Wir fahren die enge Straße (LZ-202) direkt an der Felskante entlang Richtung Süden. Es gibt Gegenverkehr und zwei Autos passen gerade so aneinander vorbei.

Arrietta

Am Örtchen Guinate biegen wir rechts ab zum Tropical Park. Der Park vermittelt den Eindruck, als hätte er schon seit Jahren geschlossen. Der Park ist auch nicht unser Ziel. Fährt man die Straße weiter, endet sie genau an einem Aussichtspunkt (OSM). Hier ist niemand außer uns, und sie Aussicht ist genauso spektakulär wie vom Mirador del Rio.

Panorama Mirador del Guinate

Panorama Mirador del Guinate

Nach einer halben Stunde brechen wir wieder auf. Das nächste Etappenziel heißt Haría und das Tal der 1000 Palmen. Haria entpuppt sich als verschlafenes Kuhdorf ohne Höhen und Tiefen. Die Verkehrsführung ist etwas komisch, und wir machen eine unfreiwillige Rundtour durch den Ort. Wir beschließen weiter zu fahren und die 1000 Palmen sind auch nicht so spannend. Wir verlassen die Berge und fahren auf der LZ-10 zum Küstenort Arrieta. Wir parken den Wagen an der kleinen Strandbar “El Chiringuito de Arrieta” (OSM). Der Strand ist klein, aber ein echter Surf-Spot. Es gibt eine ordentliche Brandung. In der Strandbar sitzen anscheinend nur Einheimische. Die Köchin steht jedenfalls ewig bei Freunden und unterhält sich. Die Kinder der Chefin spielen gleich nebenan, und bewerfen sich mit Wasserbomben. Sie keift ihnen hinterher.

Wir bestellen Papas Bravas und ein paar Pommes. Dazu gibt eiskalte Getränke. Großartig! Die Soße der Papas Bravas ist schön scharf und strotzt vor Knoblauch. Wir sitzen eine Weile dort und es kommen immer mehr Gäste. Viele bestellen Paella, die sehr gut aussieht.

La Geria

Da wir viel Zeit haben und erst um 17:30 wieder an Bord sein müssen, beschließen wir noch etwas in den Süden zu fahren. Das nächste Etappenziel ist das Weinbaugebiet La Geria.

viele Mauern verbergen den Wein

viele Mauern verbergen den Wein

Dazu geht es erstmal zurück nach Arrecife und weiter am Flughafen vorbei. Wir folgen der LZ-2 bis nach Tias (OSM). Dort biegen wir ab in die Berge. Wir fahren wieder durch eine Mondlandschaft, allerdings scheint hier etwas zu wachsen. Hinter einer Bergkuppe schaut man in ein Tal voller Wein. Die Weinstöcke wachsen jeweils einzeln in einem kleinen Krater, der durch eine Mauer geschützt ist. Diese Kraterlandschaft sieht man, so weit das Auge reicht (GoogleMaps). Mittendrin auf ein Erhebung thront die Bodega La Geria. Wir fahren auf den Parkplatz und sind wieder mitten im Kommerz angekommen. Dutzende Busse und Mietwagen haben ihre Touristenflut in die Bodega gespült. Man hört Sprachfetzen aus ganz Europa. Geballte Zivilisation im umgebenden Niemandsland. Größer können Gegensätze nicht sein.

Wein, so weit das Auge reicht

Wein, so weit das Auge reicht

Wir gehen, wo wir schon mal da sind, natürlich auch in den Verkaufsraum, und kaufen sogar eine Flasche Weißwein. Diese ist schon reisefertig in Luftpolsterfolie eingepackt. Weiter gehts!

Im Örtchen Uga verlassen wir den Kreisverkehr in Richtung Küste. Wir folgen der LZ-2.

Puerto del Carmen / Arrecife

Wir landen im kleinen Küstenörtchen Puerto del Camen, das einst ein kleiner Fischerort war, jetzt allerdings komplett in den Händen von Touristen ist. Es soll hier laut Reiseführer eine schöne Strandpromenade geben. Leider wird dieses Versprechen nicht eingehalten, oder wir sind an der falschen Stelle. Außerdem sind zum falschen Zeitpunkt da. Es ist nicht viel los.

Ollie & Amber

Ollie & Amber

Wahrscheinlich brennt hier abends die Luft, jetzt jedenfalls ist alles noch dabei Siesta zu machen. Wir holen uns an einem Kiosk ein Eis und laufen ein wenig in dem Örtchen umher, was uns aber schnell langweilt. Da wir noch ein wenig Zeit haben beschließen wir noch nach Arrecife zu fahren und uns die Stadt anzusehen. Wir wollen am Wasser entlang fahren, und folgen erst der LZ-40 bis zum Flughafen, dann müssen wir auf die Schnellstrasse LZ-2, die wir bis zum Ende weiterfahren. In Arrecife orientieren wir uns grob an dem einzigen Hochhaus der Insel, dem Gran Hotel (OSM) aus den 1960’er Jahren.

Puente de Las Bolas

In der Calle Riego, in der Nähe der Plaza de Constitucion finden wir mit Glück einen Parkplatz. Wir laufen ans Wasser, zum Castillo de San Gabriel. Die Puente de Las Bolas wird von den Kindern als Sprungturm benutzt, um von dort ins Wasser zu springen. In das Castello de San Gabriel kommt man leider nicht hinein. Außerdem läuft uns doch etwas die Zeit davon und wir laufen zurück zum Wagen. Es ist gar nicht so einfach aus der Altstadt von Arrecife heraus zu kommen, es gibt nur sehr enge Einbahnstraßen. Wir fahren einfach der Masse an Autos hinterher, und steuern grob in Richtung Schiff. Hoffentlich kommen wir hier raus!

immer lächeln!

immer lächeln!

Wir haben Glück, und kommen in der Nähe der Anlegestelle aus dem Gewirr der Straßen heraus.

Bei Cigar Cars werden wir den Leihwagen ohne Probleme wieder los, und kommen 20 Minuten vor Landgangschluß wieder an Bord. Was für ein cooler Tag! Wir schauen uns noch das Auslaufen an, und fallen dann müde ins Bett. Bis nach San Sebastián de La Gomera sind es 212sm.

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