Madeira

Morgens laufen wir in Funchal auf Madeira ein. Die Insel liegt im Dunst vor uns. Ich habe ein wenig Angst, dass es den ganzen Tag bedeckt bleibt. Die Cara fährt in den kleinen Hafen und macht dann rückwärts an der Molhe da Pontinha (OSM) fest.

Funchal

Funchal

Pünktlich um 09:00 geht die erste Leine über. Das Schiff liegt direkt gegenüber dem CR7-Hotel.

Auf der Pier erwartet man uns schon. Ein Mann ruft laut willkommen und hält ein großes Schild hoch, auf dem “Willkommen Aida” steht. “Der ist immer hier”, höre ich nebenan jemanden sagen.

Willkommen auf Madeira

Willkommen auf Madeira

Wir machen uns fertig und gehen an Land. Unser erstes Ziel ist die Marina, dort wollen wir versuchen eine Katamaran-Tour für die Abend zu buchen. Am Stand von MT Madeira erzählt uns Ana, dass wir am falschen Wochentag da sind. Heute bieten alle nur vormittags oder nachmittags Touren an. Wir laufen die Rua Joao Tavira hinein und landen an der Sé do Funchal, die von außen recht unspektakulär, von innen aber sehr schön ist.

Mercado dos Lavradores

Wir folgen der Rua de Aljube und der Rua Dr. Fernao de Ornelas und kommen direkt am Mercado dos Lavradores (OSM) heraus. Das Gebäude ist außen mit Azulejos verziert, das sind bunte bemalte und glasierte Keramikfliesen.

Mercado dos Lavradores

Mercado dos Lavradores

Im Eingangsbereich gibt es Blumenstände, die die ganze Blumenpracht Madeiras repräsentieren. Die Blumenfrauen sind traditionell gekleidet. Bereits hier bemerkt man den Fischgeruch aus dem hinteren Teil der Markthalle. Die Stände sind sehr für Touristen ausgelegt. Gerade im oberen Stockwerk gibt es fast nur Reisemitbringsel zu kaufen. Es gibt sehr viele Stände mit Trockenfrüchten und Nüssen. Überall wird man zum probieren aufgefordert. Wir schlagen uns weiter in den hinteren Teil der Markthalle durch.

Trockenfisch?

Trockenfisch?

Hier wird ausschließlich Fisch verkauft. Es ist allerdings wenig Betrieb. Wir sind auch relativ spät dran. Es ist 11:00 durch und die Händler haben ihre Ware schon weitgehend verkauft. Man sieht einen Händler, der gerade einem schwarzen Degenfisch die Haut abzieht. Gleich daneben hat ein anderer Händler eine große Scheibe Thunfisch, die er zum Kauf anbietet. Der Thunfisch liegt ungekühlt da, und bietet nicht unbedingt einen Kaufanreiz.

Schwarzer Degenfisch

Schwarzer Degenfisch

Alle Personen die sich noch in der Fischhalle befinden, fotografieren den Fisch. Die Händler scheinen die Massen an Touris gewöhnt zu sein, und lassen sich nicht bei ihrer Arbeit stören.

Teleférico do Funchal

Nach der Markthalle laufen wir zur Talstation der Seilbahn (Homepage), die uns hinauf nach Monte bringen soll. Die Talstation liegt direkt unten am Wasser und ist nicht zu verfehlen (OSM). Am Kassenhäuschen bezahlen wir 10,-€ pro Person für ein Oneway-Ticket. “A journey between heaven and earth”, verspricht das Ticket. Wir sitzen zu sechst in der kleinen Kabine. Die Hitze ist unerträglich. Unterwegs sieht man viel verbrannte Vegetation, und bis auf die Grundmauern heruntergebrannte Häuser. Komischerweise liegen die verbrannten Geländeabschnitte verteilt zwischen heilen Gebäuden.

Blick aus der Seilbahn

Blick aus der Seilbahn

Wir überbrücken die 3,5 km in ungefähr 15 Minuten. An der Talstation wurden von uns Fotos gemacht. An der Bergstation (OSM) stehen nun Leute der Seilbahnbetreibers, die uns die fertig ausgedruckten Fotos zum Kauf anbieten. Wir lehnen dankend ab.

Blick Richtung Monte

Blick Richtung Monte

An der Bergstation liegt gleich der Jardim Tropical Monte Palace (Homepage), der die Feuer unbeschadet überstanden hat.

Nossa Senhora do Monte

Wir laufen ein paar Meter weiter zur Nossa Senhora do Monte und gehen hinein. Die Wallfahrtskirche ist ein wunderbarer Ort der Stille, und obendrein angenehm kühl. Draußen ist es ziemlich warm, obwohl die Temperatur hier auf fast 600m Höhe wesentlich angenehmer ist als auf Meereshöhe.

Nossa Senhora do Monte

Nossa Senhora do Monte

Der Dunst des Morgens hat sich übrigens komplett verzogen, und die Sonne brennt vom Himmel. Also das Eincremen nicht vergessen. Interessant ist der braune Streifen am Himmel, der den ganzen Horizont entlang geht. Ich denke, das ist Staub/Sand, der von der marokkanischen Küste hinüber weht. Agadir in Marokko liegt bspw. nur 730km entfernt.

statt Kerzen

statt Kerzen

Aber zurück in die Kirche. In einem Seitenschiff ist der Sarg des letzten Kaisers von Österreich aufgebahrt. Viele Flaggen deuten darauf hin, dass das Grab Karls I. oft von seinen Landsleuten besucht wird.

Blick vom Dach der Kirche

Blick vom Dach der Kirche

Tipp: Über den linken Kirchturm gelangt man auf das Dach der Kirche. Von hieraus hat man einen spektakulären Blick über ganz Funchal. Ganz klein unten im Hafen liegt die Cara.

Toboggan Schlitten

Wir wollen Schlitten fahren! Die Tour startet gleich zu Füßen der Kirche. Die mehrsitzigen Korbschlitten haben Holzkufen, und gleiten so auf dem Asphalt. Der Weg Caminho do Monte ist recht steil, und von den Schlitten ist der Asphalt glatt geschliffen. Wir bezahlen 30,-€ für zwei Personen und kommen schnell an die Reihe. Hier kann man durchaus Pech haben, wenn gerade mehrere Busse ihre Passagiere ausspucken. Dann ist es sehr voll.

Korbschlittenstation

Korbschlittenstation

Die Fahrt geht recht zügig die steile Straßen hinunter. Ich habe irgendwo gelesen, dass die Schlitten bis zu 48 km/h erreichen können. Die Fahrt ist jedenfalls total geil! Die “Carreiros” müssen ab und zu den Schlitten quer stellen, um die rasante Fahrt etwas zu verlangsamen. Wir sehen uns an jeder Kurve schon an der Mauer kleben. Nach ⅔ der Fahrt kommt eine flache Stelle, und wir denken schon die Fahrt ist vorbei. Die “Carreiros” ziehen aber nochmal ordentlich am Korbschlitten und bringen ihn nochmal auf Geschwindigkeit.

in rasender Fahrt abwärts

in rasender Fahrt abwärts

Nach ca. 2,2 km ist die Fahrt endgültig vorbei, und wir schießen mit voller Fahrt in die “Endhaltestelle” hinein (OSM). Sogleich wird uns, wie an der Seilbahn, ein Foto von uns im Korbschlitten angeboten (Kosten 10,-€). Wir verzichten. Jeder der “Carreiros” führt übrigens ein kleines Büchlein, in das er seine Abfahrten einträgt. Wahrscheinlich zu Abrechnungszwecken. An der Endstation ist alles perfekt organisiert. Es wird uns gleich ein Taxi angeboten, um die vermeintlichen 6 km zurück zum Zentrum zu überbrücken. GoogleMaps schätzt die Entfernung bis zur Kathedrale Sé unten im Ort übrigens auf 2,2 km. Wir entscheiden uns zu laufen.

fast im Ziel

fast im Ziel

Wir laufen die Caminho do Monte weiter Richtung Tal. Unterwegs entdecken wir ein paar schöne Häuser, aber auch von Flammen heimgesuchte Anwesen.

verbrannt

verbrannt

An der Ecke Rua de Santa Luzia / Rua do Pombal befindet sich ein schönen alten Anwesen (OSM).

grünes Anwesen

grünes Anwesen

Vor dem Anwesen mit der grünen Fassade steht die Jahreszahl 1909 auf dem Plaster. Ein Gärtner ist gerade dabei die Pflanzen zu gießen. Das Gebäude ist schon etwas verfallen. Jetzt 50 Millionen Euro im Lotto, dann wäre das mein Ruhesitz!

Altstadt

Nach einer gefühlten Ewigkeit kommen wir wieder unten in der Stadt an. Heute Abend werden wir bestimmt unsere Waden spüren. Wenn man kilometerweit steil bergab geht, ist das ganz schön anstrengend.

Werkstatt

Werkstatt

In einer kleinen Gasse, der Rua da Queimada de Cima, trinken wir bei Ponto Final eine Kleinigkeit und schreiben unsere obligatorische Postkarte. Gleich um die Ecke ist schon wieder die Sé de Funchal. Wir sind da angekommen, wo wir heute Morgen gestartet sind. Wir laufen die Avenida Arriaga entlang, in Richtung Schiff. Man kommt an dem prachtvollen Gebäude der “Banco de Portugal”, mit der Statue von João Gonçalves Zarco davor, vorbei.

Banco de Portugal

Banco de Portugal

Gleich daneben ist Blandy’s Wine Lodge, an der ich leider achtlos vorbeilaufe. So ein Mist! Es folgt ein öffentlicher Park. An der Straße parken lauter Taxis. Sobald vorne ein Taxi einen Kunden hat und wegfährt, schieben alle Fahrer dahinter ihren Wagen weiter nach vorne. Sehr lustig anzusehen.

wer sein Taxi liebt, schiebt!

wer sein Taxi liebt, schiebt!

Am Taxistand finden wir zwei Briefkästen für unsere Postkarte (rot und blau). Die Preisfrage ist, welchen Briefkasten wir nehmen sollen. Ich frage den freundlichen Kioskbesitzer an der Ecke. Er klopft mir auf die Schulter und klärt mich auf. Blau ist für regionale Post (nur die Insel), alles im roten Postkasten geht auf das Festland.

50/50 Chance

50/50 Chance

Wir laufen die Avenida Arriage weiter bis zum Kreisverkehr mit dem Springbrunnen in der Mitte. Das Denkmal von Heinrich dem Seefahrer ist anscheinend vor kurzem restauriert worden. Alle Steinen haben eine Nummer, um sie wieder an den richtigen Platz setzen zu können. Wir laufen wieder zum Schiff. Plan ist es, heute Abend nochmal eine Kleinigkeit trinken zu gehen.

Panorama Madeira

Panorama Madeira

Funchal, abends

Abends laufen wir nochmal in die Stadt hinein. Der Hafen und die Marina sind schön beleuchtet. Wir setzen uns ins Ritz Madeira, das gleich neben dem Baltazar Dias Theater liegt, und trinken eine Kleinigkeit. Eigentlich wollte ich Poncha trinken, aber das gibt es im Ritz nicht, also gibt es portugiesisches Super Bock Bier. Im Park gegenüber gibt es eine Bühne mit lautstarker Folkloremusik.

Funchal by Night

Funchal by Night

Wir laufen noch runter zum Hafen und schauen uns ein wenig um. Irgendwann gehen wir zurück zum Schiff.

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