Biertasting

Ich interessiere mich seit einiger Zeit für Craftbeer. In den letzten paar Jahren öffnen in Deutschland wieder viele Kleinbrauereien ihre Tore, und brauen Bier, dass geschmacklich weit entfernt von den allseits bekannten Fernsehbieren liegt. Der Trend ist aus den Staaten herübergeschwappt und verbreitet sich zusehends in ganz Europa.

große Auswahl

Diese Tatsache bringt eine unüberschaubare Vielzahl von neuen Anti-Fernsehbieren auf den Markt, und man hat es sehr schwer den richtigen Einstieg zu finden.

Ich hatte mich ganz am Anfang schon mal beraten lassen, da ich total mit der großen Auswahl überfordert war. Dann habe ich ein paar Flaschen Craftbeer gekauft und getrunken. Die Auswahl ist immer noch total schwierig, und die geschmackliche Bandbreite geht von ganz lecker bis ganz schrecklich.

Letztens war ich nun beim Biertasting im Brolters. Das Tasting begann nach Ladenschluss, kurz nach 19:00. Die beiden Besitzer Janka und Frank begrüßten uns, und führten uns in einen kleinen abgetrennten Raum, hinten im Laden. Insgesamt hatten sich sieben Leute zum Tasting angemeldet. Nach der Begrüßung ging es auch schon los mit dem ersten Bier.

Bewertung

Vor uns lagen kleine Karten, in die jeder seine Bewertung für das jeweilige Bier eintragen konnte. Die Skala ging von “Yeah!” bis zu “Nö”. Das ersten drei Biere kamen von der Kreativbrauerei Kehrwieder aus Hamburg. Wir fingen mit dem “Prototyp” einem Lagerbier an. Zuvor bekamen wir noch die richtigen Tipps für ungetrübten Biergenuss von Frank. Wichtige Dinge, wie z.B. nie ein Bier aus der Flasche trinken und dann nicht zu kalt trinken. Die Aromen können sich dann nicht richtig entfalten, und machen einem den Genuss kaputt.
Außerdem sollte man nicht gleich trinken, sondern erstmal an dem Bier riechen. Gesagt getan.

Faszinierend wie sich gerade beim “Prototyp” der Geruch und der Geschmack unterscheiden. Der Geruch hat im ersten Moment etwas von Fanta, der Geschmack ist herb und erfrischend. Als nächstes Bier kam das “Phoenix Pale Ale” in unsere Gläser. Auch sehr lecker, aber für mich dann doch nicht so gut wie das Bier vorher.

Das “Shipa Enigma” fand ich persönlich sehr bemerkenswert. Shipa steht für Single Hop India Pale Ale. Die Biere dieser Serie werden identisch gebraut und unterscheiden sich nur durch den verwendeten Hopfen. Sehr spannend. Frank legt uns diese Bierserie ans Herz, sie eignet sich super um den Gaumen für verschiedene Hopfensorten zu schulen.

Nach dem IPA gibt es eine Pause und etwas zu essen. Dazu bekommen wir ein “Vollbier” von Pax-Bräu aus dem kleinen Nest Oberelsbach (OSM). Das, was sofort auffällt ist die große 0,66 Liter Flasche. Die drei Biere zuvor waren alle in einer Standard-0,33-Liter-Flasche.
Ins Auge sticht besonders das Etikett, mit dem Spruch “Lasst uns Schwerter zu Zapfhähnen schmieden”. Herrlich! Geschmacklich ist das “Vollbier” nicht so meines. Es hat ein leichtes Raucharoma, dass mich nicht so begeistert. Da muss man sich halt noch reintrinken. Ich denke, Bier mit Raucharoma, stelle ich erstmal ganz hinten an. Es gibt ja zum Glück noch genügend Sorten. Unser nächstes Bier im Glas war dann “Backbone Splitter” von Hanscraft & Co. Das Bier aus Aschaffenburg ist ein India Pale Ale. Das “Backbone Splitter” liegt bei mir auch eher so im Mittelfeld.
Als letztes Bier kam “Black Nizza Motor Öl”,ein Imperial Stout, ins Glas. Dazu servierte Frank Zartbitterschokolade. Das Imperial Stout ist in Kombination mit Schokolade sehr interessant. Trotzdem kann ich mich hierfür (noch) nicht erwärmen.
Das Motor Öl war das letzte Bier des Biertastings. Irgendwie hatten wir fast vier Stunden bei Frank im Laden gesessen und die Zeit ist wahnsinnig schnell rum gegangen. Frank hat sehr viel Hintergrundinformationen zu den Bieren und den Brauereien gegeben. Viele Brauer kennt er anscheinend persönlich. Man hat gemerkt, dass er Bier liebt und durch die Gegend reist um Neues für seinen Laden zu entdecken. Ich kann ein Biertasting im Brolters nur empfehlen!
Craftbeer ist ein wirklich sehr interessantes Thema, bei dem es sich lohnt noch tiefer einzusteigen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.