Dutch Oven, der erste Einsatz

Weihnachten ist das Fest der Völlerei. Wir haben den 24. Dezember genutzt um mein Geburtstagsgeschenk endlich einzuweihen, den Dutch Oven.

das Ergebnis

Ich habe zum Geburtstag einen Petromax FT 6 gekommen, der seit Wochen in der Wohnung steht und auf seinen Einsatz wartet. Bei den Temperaturen draußen, bietet sich eine kleine Grillsession schließlich auch an.

Forellen

Geplant ist ein Pulled Pork aus dem Dutch Oven, und geräucherte Forellen aus dem Smoker.

2,2kg Schweinenacken

Ich habe eine Woche vorher einen 2,2 kg Nackenbraten bestellt, und mir ein passendes Rub aus dem Internet beschafft. Meine Wahl fiel auf das Pork Powder von Don Marco. Den Schweinenacken habe ich am 22. Dezember vom Fleischer geholt und vorbereitet. Das Fleisch wird ein wenig trocken getupft, und dann mit ganz wenig Öl eingerieben. Danach kommt die Trockenmarinade auf das Fleisch. Ist der komplette Schweinenacken eingepudert, wird er verpackt.

eingepudert

Ich hatte mir einen Vakuumierer ausgeliehen um das Fleisch luftdicht einzuschweißen. Das Gerät hat leider kein richtiges Vakuum zustande bekommen, oder ich habe es nicht korrekt bedient. Wer weiß!? Naja, ich habe den Nacken dann in Folie stramm eingepackt und zusätzlich ohne Vakuum eingeschweißt. Der Braten hat dann zwei Tage im Kühlschrank verbracht und sich ausgeruht.

Fleisch im Dutch Oven

Zwei Tage später, D-Day für den Schweinenacken und natürlich auch für die Forellen. Die Forellen hatten übrigens ihre letzte Nacht in einer zehnprozentigen Salzlake verbracht.

Dutch Oven im Einsatz

Gegen 11:00 fangen wir an den Smoker aufzubauen, und das Unterteil vom Schwenkgrill für den Dutch Oven klarzulegen.

der Smoker wird eingeheizt

Der Nackenbraten wird aus seiner Verpackung befreit und landet auf einem Bett aus zwei kleingeschnittenen Gemüsezwiebeln. Die Zwiebeln sollen als Anbrennschutz dienen. Außerdem gieße ich einen halben Liter Störtebeker Schwarzbier an.

Um 13:00 heize ich die Kohlen im Anzündkamin an. Es ist recht windig und es dauert eine Weile bis die Kohlen auf Temperatur kommen. Aufgrund es Windes entschließe ich mich 20 Kohlen auf Temperatur zu bringen, und jeweils die Hälfe auf Deckel und unter den Oven zu geben.

Der Dutch Oven kommt recht zügig Temperatur, und alles sieht gut aus. Ich plane eine Garzeit von fünf Stunden ein.

ausgebrannte Kohlen

Nach einer Stunde öffne ich mit dem Deckelheber den Oven. Die Zwiebeln mit dem Biersud brutzeln ordentlich. Das Fleisch sieht schon sehr gut aus, und der Duft ist unglaublich.

fast fertig

Die Kohlen sind nach ca. 1,5 Stunden runtergebrannt und müssen durch frische ersetzt werden. Nach drei Stunden gieße ich noch eine zweite Flasche Schwarzbier nach.

Forellen, kurz vor dem Räuchern

Der Smoker für die Forellen wird um 17:00 eingeheizt. Die Fische sollen im Buchenholz geräuchert werden. Im letzten Jahr hatten wir den Smoker mit zu wenig Holz befeuert, und hatten Probleme die Temperatur zu halten. In diesem Jahr brennt ein ordentliches Feuer im Unterteil des Smokers. Nachdem das Feuer ein wenig heruntergebrannt ist wird der Smoker komplett zusammengesetzt. Über der Buchholzglut ist eine Wanne mit Kies, die die Forellen vor direkter Hitze schützen und durch den Kies die Temperatur stabil halten soll. Auf dem Rost liegen in diesem Jahr fünf Forellen. Das eingebaute Thermometer pendelt sich zwischen 80° und 90° Grad ein.

Temperatur um 85°C

Wir müssen die Belüftung beim Smoker sehr oft nachjustieren, bzw. die Zugangsklappen öffnen, da die Temperatur doch sehr stark schwankt. Ich denke der Wind sorgt hier für ungleichmäßige Wärmeentwicklung. Die Forellen sollen 50 Minuten über dem Buchenholz räuchern.

die fertigen Forellen

18:00 Die Forellen und der Schweinenacken sind fertig. Die Forellen sehen in diesem Jahr ein wenig dunkler aus, und nicht goldgelb. Das Fleisch sieht super aus! Im Dutch Oven ist das Fleisch unten leicht angesetzt. Der Biersud und die Gemüsezwiebeln sind schön zu einer Soße einreduziert. Der Schweinenacken hat eine schöne Kruste und die Fettschichten sind gut weggebrutzelt. Der Anschnitt zeigt ein schönes gleichmäßiges Bild. Eigentlich wollte ich den Schweinenacken komplett klein reissen und mit der Bier-Zwiebel-Soße vermischen.

Da der Sud aber relativ scharf war, haben wir ihn einzeln in eine Soßenschlüssel gegeben. Das Fleisch habe ich auch nur grob geteilt. So konnte jeder sein Pulled Pork selber anmischen. Dazu gab es fertigen Krautsalat und knuspriges Baguettebrot.

das fertige Fleisch…

Fazit. Insgesamt bin ich begeistert von dem ersten Versuch mit dem Dutch Oven. Das Ergebnis ist sehr gut geworden. Ich habe eine Grill-Logbuch angelegt, um für spätere Aktionen alles zu dokumentieren. Dann kann ich schrittweise Änderungen bzw. Verbesserungen machen und nachvollziehen, wie ich es beim letzten Mal gemacht habe. Das Rub ist gut, aber im Abgang scharf. Hier werde ich beim nächsten Mal weniger nehmen. Der Ansatz mit den Gemüsezwiebeln und dem Schwarzbier ist gut, aber noch verbesserungswürdig. Beim nächsten Mal werde ich noch einen Schuß frisches Bier kurz vor Schluss hinzugeben. Die Anzahl der Kohlen muss in Zukunft reduziert werden, und das Fleisch kann wahrscheinlich kürzer im Dutch Oven bleiben. Fünf Stunden sind ein wenig zu viel. Die vielen Kohlen waren allerdings dem doch nicht unerheblichen Wind geschuldet. Der Wind hat, bei fast heruntergebrannten Kohlen, den Oven doch sehr abgekühlt.

Im nächsten Jahr werden weitere Einsätze mit dem Dutch Oven folgen, und auch der Smoker soll vermehrt eingesetzt werden. Vom Fleisch ist nichts übrig geblieben. Am nächsten Morgen war nur noch eine Forelle da, die aber das Frühstück dann nicht überstanden hat.