Weintour 2015 – Pfalz

September ist Weintourzeit. Unsere Truppe ist wieder einmal auf Weintour. Wirkungsstätte in diesem Jahr Erpolzheim in der Pfalz. Die Anreise (Donnerstag) verläuft ohne größere Behinderungen. Wir kommen am späten Nachmittag in Erpolzheim an. Unsere Unterkünfte sind, wie schon 2011 und 2013, zwei Ferienwohnungen auf dem Weingut Wohl.

Weinreben

Alle sind eine wenig platt und heute läuft nicht mehr viel ab. Wir gehen abends einen Hofeingang weiter, im Winzerhof Mayer etwas essen. In der Weinstube bereitet uns Heiko Bleß ein paar hervorragende Rumpsteaks mit Bratkartoffeln. Dazu gibt es ordentlich Rotwein. Spätburgunder von den Winzergenossenschaft ‘Wachtenburg Winzer’, wenn ich mich nicht irre.

Cafe Schluckebier, Neustadt an der Weinstrasse

Der nächste Tag. Freitag. Es gibt ein ordentliches Frühstück. Wir fahren nach Neustadt an der Weinstrasse. Ich frage mich warum wir mit der Weintruppe noch nie hier waren. Als wir in der Stadt umherbummeln weiß ich warum. Neustadt hat ein paar schöne Ecken, ist ansonsten aber unspekatulär. Wir trinken auf dem Marktplatz einen Kaffee und beschließen nach Deidesheim zu fahren. Hier gibt es ein paar schöne Weingüter (Bassermann-Jordan oder von Buhl). Eigentlich wollten wir im Turmstübl was essen, aber das hatte noch geschlossen.

Rathaus Deidesheim

Im Bürgerhospital gibt es dafür Flammkuchen und Maultaschen. Vollgefuttert folgt die Rückfahrt nach Erpolzheim. Wir trennen uns und fahren nach Leistadt, um Federweißen zu kaufen. Leider hat die Winzerin unseres Vertrauens in Leistadt noch keinen jungen Wein. Wir sind dieses Jahr einfach zu früh dran. In Herxheim (OSM) bei Weingut Becker werden wir fündig und kaufen 5 Liter für 10,-€. Super!

Deidesheim

Am Abend lassen wir uns mit dem Taxi nach Kallstadt bringen. In Kallstadt ist Saumagenkerve. Wir steigen am Platz der 100 Weine aus, direkt im Dorfzentrum und haben wieder die Wahl. Es gibt zwei große Zelte auf dem Festplatz. Entweder man trinkt bei der Kirche oder man trinkt beim Sportverein. Wir beschließen uns den Segen der Kirche zu holen und trinken dort was. Es gibt Saumagen im Brötchen und Wellfleisch. Bei Wellfleisch handelt es sich um gekochtes Fleisch (Schwarte, Bauchfleisch) mit einer Portion Sauerkraut. Das spricht mich optisch nicht wirklich an, und ich bleibe bei Saumagen.

Wegweiser in Weisenheim am Berg

Die Weinprinzessin hält irgndwann eine Rede, die fast nicht zu verstehen ist. Hier kann ich mich an andere Auftritte, auch von uns, erinnern. Da hat sich eine Weinprinzessin noch mehr unters Folk gemischt und wir haben den Krönungssekt getrunken. Diesmal ist die Kerve nicht so toll, wie ich sie immer in Erinnerung hatte. Naja, trotzdem halten wir ganz gut durch…

Es ist Samstag. Morgens teilen wir uns in zwei Gruppen, die einen wollen ein wenig wandern und geocachen, die anderen fahren nach Weisenheim am Berg. Ich fahre mit nach Weisenheim (OSM). Wir schauen kurz bei Thomas Sippel vorbei, der jetzt anscheinend auch Whisky, Gin und Wodka macht. Wir sind aber stark (und hart zu uns selbst) und prüfen das nicht weiter nach! Puh! Schwein gehabt.

Winzerhof in Weisenheim

Stattdessen gehen wir weiter zum Weinhaus am Sonnenberg. Die Jungs geben eine Bestellung auf und ich nehme nur eine Kiste ‘Summertime’ mit. Dann geht wieder nach Erpolzheim. Klarmachen zu Weinfest ‘Rund um die Quetsch’.

Quetschewanderweg

Das Weinfest findet in Weisenheim am Sand statt, und wir lassen uns mit dem Taxi hinbringen. Es gibt 18 Stationen mit verschiedensten kulinarischen Spezialitäten aus der Region, und dazu natürlich jede Menge Wein. Läuft gut für uns, könnte man sagen! Es gibt z.B.

  • Grumbeersupp un Dambnudle mit Quetschekompott
  • Frigadelle mit Rotwoi-Quetsche un Kees iwwerbagge
  • Latwerg-Schmalzbrod
  • Foines Schweinesteak vum Rebholzgrill mit Quetschesoos un Latwergdip
  • Zwiwwelrostfläsch mit Quetschesoos

Frigadelle mit Rotwoi-Quetsche un Kees iwwerbagge

Tja, hier bestellt man einfach drauf los, oder man hat gute Netzabdeckung und die Hilfe von ‘Okay Google’! Wir arbeiten uns von Stand zu Stand. Leider finde ich den Spießbratenstand nicht wieder. Dafür schaffen wir aber die komplette Runde.

Zurück laufen ein paar von uns in stockdunkler Nacht durch die Weinberge zurück nach Erpolzheim.

Kleine Weinauswahl

Sonntags sind wir komischerweise alle fit. Beim Frühstück finden wir in der Zeitung eine Anzeige vom Örtchen Hirschhorn am Neckar. In Hirschhorn, der Perle des Neckartals, ist Ritterfest. Zwar ist der Ort 65 km entfernt, noch hinter Mannheim und Heidelberg, aber aufgrund mangelnder Alternativen beschließen wir dort hin zu fahren.

Schenk ein, mach Striche!

Nach einer Stunde Fahrt kommen wir an. Wir entrichten unseren Obolus von 5€ an der Eingangspforte. Es gibt Schwertkämpfe und Trödler. Ich habe es mir etwas größer vorgestellt. Da wir einen Stempel haben, mit dem wir jederzeit wieder aus das Gelände kommen, beschließen wir hoch zur Burg Hirschhorn zu laufen. Mal sehen was es da zu sehen gibt. Die Aussicht ist gut und man kann sogar bis oben auf den Bergfried hoch. Eigentlich schade, dass das Ritterfest nicht oben in der Burg in passender Atmosphäre stattfindet!

Im Schlosshotel Hirschhorn gibt es übrigens eine Webcam! Wieder unten im Örtchen gibt es eine Kleinigkeit auf die Hand: Spießbraten im Brötchen, der schon beim hinsehen zerfällt. Lecker!

Blick über Hirschhorn

Wir fahren zurück. Kurzer Stopp in Mannheim, da ich noch etwas Bargeld brauche. Das Geld zerfließt einem in den Händen an so einem Wochenende. Abends gehen wir noch einmal bei Heiko Bleß in seiner Weinstube essen. Ich bestelle mir Rinderkeule mit Pflaumensoße und Spätzle. Die Portionen sind groß und sehr sehr lecker. Danach haben alle ganz fieses Fresskoma und das Trägheitsmoment  der Weintruppe geht gegen unendlich.

Wir lassen das Wochenend nochmal Revue und stellen fest, dass wir dieses Mal zu schlecht vorbereitet waren. Wir waren jetzt schon das dritte Mal in Erpolzheim und wie sagte es einer der Jungs so schön: ‘Es begleiten einen halt nicht jeden Tag zwei halbnackte Cheerleaderinnen, die einem alles zeigen’. Für die nächste Weintour gibt es also Handlungsbedarf. Montag ist Abreisetag. Nach dem Frühstück fahren wir los, gen Norden.