Weintour 2014 – Mosel

Meine Kumpels und ich sind auch dieses Jahr wieder losgezogen, um Deutschlands Weinbaugebiete zu erkunden und natürlich auch deren Produkte entsprechend zu verkosten. Diesmal auf dem Programm, die Mosel.

Cochem

Außerdem wurde auf dieser Tour auch in Kultur gemacht, und nicht nur Winzer heimgesucht. Unsere Ferienwohnungen lagen im Örtchen Faid ca. 7km entfernt von Cochem.

Abends nach Anreise sind wir noch nach Cochem gefahren um dort zu essen. Der erste Eindruck von Cochem: Oh, anscheinend bin ich auf einer Modelleisenbahn gelandet. Als Zweites fällt sofort auf, dass der Altersdurchschnitt der Touristen im Spätsommer deutlich über 60 Jahre liegt. Ansonsten ist Cochem sehr auf holländisch-, bzw. englischsprachige Touristen ausgelegt. Alle Speisekarte sind mehrsprachig und auch laufen diverse Tourguides mit Mikrofonen herum und sprechen englisch.

Leider sind die Geschäfte und Restaurants sehr auf Tagesgäste ausgerichtet. Die Geschäfte verkaufen teilweise sehr üblen Kitsch (Made in China), und die Restaurants brauchen augenscheinlich auch nicht durch Qualität und Service zu punkten. Die Busse spülen ja jeden Tag frische Gäste an die Ufer der Mosel.

Wir haben beim Abendessen jedenfalls leicht daneben gegriffen und es wurde beispw. Formfleisch mit Röstzwiebeln (die für Hotdogs!) aufgefahren. Shit happens!

Am zweiten Tag ging es an der Mosel entlang nach Koblenz. Dort sind wir über den Rhein auf die Festung Ehrenbreitstein gefahren. Ehrenbreitstein finde ich persönlich eher unspektakulär. Was meinten meine Kumpels: „Das Spektakuläre ist die Fläche vor der Festung, die muss erst überwunden werden, bis man die Festung erobern kann“. Okay, anscheinend fehlt mir der Zugang zu dieser Thematik! Für mich gibt es einfach zu viele Mauern und zu wenige Türme. Die Aussicht über den Rhein ist dafür super, außerdem befindet sich das Ehrenmal des Heeres innerhalb der Anlage.

Ehrenmal des Deutschen Heeres
Festung Ehrenbreitstein
Blick auf den Kaiser

Nächste Station: Seilbahn. Die Seilbahn wurde zur Bundesgartenschau 2011 gebaut und überbrückt die 900m über den Rhein, direkt zum Deutschen Eck. Nach einen kurzen Besuch beim Kaiser ging es weiter in die Altstadt. Was findet man natürlich direkt hinter dem Deutschen Eck auf dem Parkplatz? Richtig einen Hamburger Fischmarkt! Die Geschäfte für die Marktschreier liefen allerdings eher schleppend, und der Wurstmann musste schon tief in die Trickkiste greifen um Kunden zu gewinnen.

Altstadt. Erwähnenswert ist noch der Schängelbrunnen am Rathaus, Dieser versprüht alle paar Minuten Wasser und man sollte sich nicht direkt davor stellen.

Schängelbrunnen Koblenz

Nach Rückkehr zur Ferienwohnung in Faid, haben wir diesmal alles richtig gemacht und im Gasthaus Fritzen gegessen. Erna’s Hähnchen sind in der ganzen Gegend bekannt, wie wir später noch festgestellt haben. Hier gibt es was Ordentliches zwischen die Zähne und die Preise passen. Also, wenn ihr mal in Faid seid: Hin da!

Der nächste Tag. Fahrt nach Ellenz zum Winzerhof-Fest. Ellenz liegt ein paar Moselschleifen von Cochem entfernt mitten im Cochemer Krampen. Nach dem Motto zuerst die Arbeit und dann das Vergnügen, ging es zwei Stunden mit Karl-Josef über den Weinlehrpfad durch die Weinberge von Ellenz. Unser Guide war früher Kellermeister am Ort und konnte einiges erzählen. Ich wusste z.B. nicht, dass man früher Rosen mit in den Weinberg gepflanzt hat, um den Mehltau frühzeit zu erkennen Rosen sind anfälliger als der Weinstock und dienen dem Winzer praktisch als Indikator. Der Traubenwickler wird mit Pheromonen bekämpft, dazu werden überall im Weinberg kleine „Duftmarken“ verteilt. Die Schädlingsbekämpfung wird in der ganzen Region zeitgleich organisiert.

Erwähnenswert ist vielleicht noch der auf der Ellenzer Halbinsel angebaute rote Weinbergpfirsich , der eine Spezialität der Gegend ist.

Roter Weinbergpfirsich

Nach dieser ganzen Informationsflut ging es endlich zum gemütlichen Teil über. Am ersten Weinstand gab es für den Durst erstmal Weinschorle. Auf dem Winzerhof Schinnen-Boos hatten wir ausgezeichnetes Gulasch. Aufgesuchte Winzer waren:

  • Winzerhof Ute & Alfon Schneider
  • Winzerhof Guido Berns
  • Winzerhof Schinnen-Boos
  • Weingut im Moselkrampen
  • Winzerhof Heinrich Basten
  • Weingut Arnold Fuhrmann & Sohn
  • Destillerie Lenz-Weberskirch

Leider haben wir uns zur ausgeschriebenen Ellenzer Riesling Rallye verleiten lassen, was dazu führte, gefühlt an jedem Stand auch an entsprechende Verkostenungen teilzunehmen, inklusive tanzen in der Dorfdisko Sense. ?

Der nächste Tag: Abreise. Was jetzt noch folgt ist die Planung für das nächste Jahr. Denn nach der Weintour ist vor der Weintour!

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